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| 12:23 Uhr

Baubremse
Fast ein Drittel weniger neue Wohnungen im Kreis genehmigt

Wieder stärker gefragt – Steine sind der Rohstoff der Baukonjunktur. Doch eine entscheidende Bremse beim Neubau ist der Personalmangel in den Behörden, so die IG BAU.
Wieder stärker gefragt – Steine sind der Rohstoff der Baukonjunktur. Doch eine entscheidende Bremse beim Neubau ist der Personalmangel in den Behörden, so die IG BAU. FOTO: IG Bau/William Diller / IG Bau/WIlliam Diller
Senftenberg. In ihrer Halbjahresbilanz fordert die Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt mehr Personal für die Bauämter in Oberspreewald-Lausitz.

Bis Juni wurde im Landkreis Oberspreewald-Lausitz der Neubau von 71 Wohnungen genehmigt. Das sind 31,7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2017, teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. Die Gewerkschaft beruft sich auf neueste Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Investitionen von insgesamt 14 Millionen Euro planen demnach Bauherren im Kreis, um aus  erteilten Genehmigungen neue Wohnungen werden zu lassen. Die IG BAU Südbrandenburg sieht jedoch Luft nach oben. „Viele Sozialwohnungen sind aus der Preisbindung gefallen – und jetzt mit deutlich höherer Miete auf dem Markt. Gegen den Schwund bei Sozialmietwohnungen und gegen den Mangel an bezahlbaren Wohnungen hilft nur bauen“, sagt Bezirksvorsitzende Regina Grüneberg.

Erschwert werden Bau und Planen durch fehlendes Personal in Bauämtern. Nach Gewerkschaftsangaben sank die Zahl der Beschäftigten dort in Brandenburg zwischen 1995 und 2010 um 35 Prozent – zwischen 2011 und 2016 noch um weitere sieben Prozent. Das fand eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) heraus. Danach kam auf 1000 Brandenburger zuletzt ein Vollzeit-Beschäftigter in Bauverwaltungen. „Der jahrelange Personalabbau rächt sich in Zeiten anziehender Baukonjunktur besonders“, sagt Grüneberg. Engpässe bei Planung und Genehmigung führten dazu, dass wichtige Bauprojekte verschleppt würden. Das betreffe auch den Bau von Schulen, Straßen und Krankenhäusern.

Laut DIW geben Städte und Gemeinden im Schnitt 85 Prozent ihrer Investitionen für Bauten aus. „Mangelnde Planungskapazitäten haben daher enorme Auswirkungen auf das Bauen“, so Grüneberg. Deshalb sei ein Großteil der Kämmerer weiterhin skeptisch, was den Abbau von Investitionsrückständen angehe. Nach einer Umfrage des aktuellen KfW-Kommunalpanels rechnen nur 32 Prozent der Kämmerer damit, den Rückstand bei der Verkehrsinfrastruktur in den nächsten fünf Jahren abzubauen – trotz guter finanzieller Entwicklung in den meisten Kommunen. 68 Prozent erwarten gleichen oder wachsenden Investitionsstau.

(red/br)