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Neue Veranstaltungsreihe im Senftenberger Schloss
Ein Blick über die Festungsmauern

Christiane Meister arbeitet hinter dicken Festungswällen und hat ein Herz für die Kunstsammlung Lausitz.
Christiane Meister arbeitet hinter dicken Festungswällen und hat ein Herz für die Kunstsammlung Lausitz. FOTO: Christiane Klein
Senftenberg. „KSL open“ – die neue Veranstaltungsreihe in der Kunstsammlung Lausitz will Künstler und Besucher ins Gespräch bringen. Auftakt heute mit dem Künstler Michael Kruscha. Von Christiane Klein

Sie ist das neue Gesicht im Museum Schloss und Festung Senftenberg: Christiane Meister (31) arbeitet seit wenigen Wochen als Museumspädagogin hinter den dicken Festungswällen und hat vor allem ein Herz für die Kunstsammlung Lausitz.

„Die Vielfalt reizt mich. Ob Festungsgeschichte, Architektur, Renaissance oder die Kunstsammlung – diese Breite ermöglicht ganz viele Angebote“, erklärt Christiane Meister, was für sie den besonderen Reiz von Schloss und Festung ausmacht. Seit ihrem ersten Arbeitstag im September 2017 hat sie das altehrwürdige Gemäuer schon ausgiebig erkundet und bereits die ersten Führungen mit Besuchern und Projekte mit Kindern gemeistert.

Das Senftenberger Kleinstadt-Flair ist für Christiane Meister neu, aber nicht unbekannt. In den vergangenen Jahren hat die gebürtige Spreewälderin, die in Lübbenau aufgewachsen ist, in Berlin gelebt. Nachdem sie in Potsdam Kulturwissenschaften und Amerikanistik studiert hatte, zog sie in die Hauptstadt, studierte Kunst- und Bildgeschichte an der Humboldt-Uni und arbeitete dann als wissenschaftliche Volontärin unter anderem im GeorgKolbeMuseum Berlin. Die Drähte in die Metropole hat sie nicht gekappt, auch wenn sie jetzt in der Lausitz wohnt und arbeitet. Ehrenamtlich engagiere sie sich weiterhin für die Mendelssohn-Remise, in der das Leben und Schaffen der namhaften Familie in unterschiedlichen Facetten gezeigt wird.

Christiane Meister hat einen ausgeprägten Sinn für Kunst und deshalb gehört die Kunstsammlung Lausitz zu ihren Lieblingsräumen im Senftenberger Schloss. Mit einer neuen Veranstaltungsreihe, den „KSL open“ will die Museumspädagogin die Sammlung weiter öffnen und ein breiteres Publikum für die Schätze begeistern.

Eine erste Gelegenheit dazu gibt es bereits heute bei der Auftaktveranstaltung von „KSL open“, bei der Besucher um 19 Uhr Gelegenheit für einen ausgiebigen Rundgang durch die neue Sonderausstellung bekommen und mit Künstler Michael Kruscha über seine SCADO-Reihe ins Gespräch kommen können. Am 4. Februar lädt die Museumspädagogin dann zu einer Führung durch die Schau ein. „Wir wollen einen dialogischen Rundgang anbieten, bei dem wir mit den Besuchern ins Gespräch kommen. Es geht darum, welche Techniken der Künstler einsetzt, wie er sich zum Beispiel zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit bewegt. Auf diese Weise können die Besucher auch ein Stück weit ,sehen lernen‘ oder die Bilder etwas anders wahrnehmen“, umschreibt Christiane Meister ihr Konzept, das künftig alle Sonderausstellungen in der KSL begleiten soll.

Die bestehenden museumspädagogischen Angebote in Senftenberg, die von den vorherigen Mitarbeitern entwickelt wurden, sollen bestehen bleiben. So wird es weiterhin Klassiker wie die Festungsspiele oder Angebote rund um die Lausitzer Braunkohle geben – allerdings mit Meisters Handschrift. So kann man im Museum künftig beispielsweise mit Kohle zeichnen oder erfahren, welche Rolle Tinte in Schule und Schule spielte. „Wir wollen weitere Angebote für verschiedene Zielgruppen etablieren“, hat sich Christiane Meister vorgenommen und freut sich darüber, dass sie sich zum Beispiel mit ihrem Kollegen Dirk Ehrhardt, der im Spreewald-Museum und im Freilandmuseum in Lehde tätig ist, fachlich austauschen kann.

Über den Tellerrand beziehungsweise über die Festungsmauern blickt Christiane Meister gern – und freut sich unter anderem über die direkte Nähe zum Senftenberger See und künftige Besuche in der neuen Bühne. „Ich gehe gern ins Theater und in andere Museen. Das gehört für mich einfach dazu“, sagt die kulturinteressierte junge Frau.