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Mehr Platz für die Senftenberger Schnapsidee
Eierlikör-Firmensitz ganz in Gelb

Senftenbergs Eierlikör-Macher Heiko Tänzer und Danilo Trasper gestatten einen ersten Blick  in ihren neuen gelben Firmensitz mit Schaumanufaktur im einstigen Bus-Betriebshof.
Senftenbergs Eierlikör-Macher Heiko Tänzer und Danilo Trasper gestatten einen ersten Blick in ihren neuen gelben Firmensitz mit Schaumanufaktur im einstigen Bus-Betriebshof. FOTO: Peter Aswendt
Der Umbau des ehemaligen Betriebshofes der Südbrandenburger Nahverkehrsgesellschaft zur Schaumanufaktur läuft auf Hochtouren. Mit Schnapsidee sollen Touristen angelockt werden. Von Andrea Budich

Außen stehen Gerüste, innen wird gesägt, gebohrt, gestemmt, gefliest und gehämmert. Im alten Betriebshof der Südbrandenburger Nahverkehrsgesellschaft in der Spremberger Straße wuseln die Handwerker im Akkord. Und die beiden Geschäftsführer Heiko Tänzer und Danilo Trasper in ihren quittegelben Jacken mit dem Scharfen Gelb-Logo drauf mittendrin. Getrieben von der Vision, Senftenberg zu einer kleinen Tourismus-Hochburg zu entwickeln, peitschen sie den Umbau voran.

Kauf und Umbau des Betriebshofes zum neuen Eierlikör-Firmensitz lassen sich die zwei Unternehmer einen Millionenbetrag kosten. „Im unteren siebenstelligen Bereich“ - mehr verraten sie nicht.

Mit einer Schnapsidee vom selbstgemachten Eierlikör nach Großmutters Rezept Tausende Menschen nach Senftenberg zu ziehen, das klingt schon irgendwie abgefahren. „Funktioniert aber“, sagt Heiko Tänzer. Immerhin 7000 Besucher haben im Vorjahr im Mini-Schauraum der einstigen Bäckerei in der Mittelstraße verfolgt, wie der Eierlikör in die Flasche kommt. In den Wintermonaten mussten aber Anfragen von ganzen Busgesellschaften regelmäßig abgesagt werden, weil jeder Zentimeter Platz für die Produktion benötigt wurde.

Das wird sich mit einem Schlag am neuen Firmensitz mit 11 000 Quadratmeter großem Grundstück ändern. Die gläserne Schaumanufaktur kann ganzjährig besucht werden. 60 Besucher können dabei die Produktion des Senftenberger Eierlikörs hinter Glas verfolgen - ähnlich wie in der Schokoladenwelt in Hornow.

Der neue Standort bietet auch genügend Platz, damit das Unternehmen wachsen kann. Das beginnt mit der Abfüllmaschine. Anstatt bisher sechs Flaschen, können im neuen Produktionsraum künftig neun Flaschen gleichzeitig abgefüllt werden. Mindestens verdoppelt wird zudem die Lagerkapazität für den online-Versand, der im Vorjahr gewaltig gewachsen ist. Mit seiner Hilfe wird der süffige Likör aus Senftenberg bis nach England und in die USA katapultiert.

Von den besseren Produktions- und Lagerbedingungen erhoffen sich die Geschäftsführer auch, den 2017er-Jahresumsatz, der jenseits der Millionengrenze lag, weiter nach oben zu schrauben.

Sämtliche Maschinen werden nach Ostern von der Mittelstraße zum neuen Firmensitz bugsiert, damit die Produktion zur Eröffnung am 1. Mai reibungslos funktioniert. An den Start geht das Scharfe Gelb-Team zur Neueröffnung auch mit einer deutlich größeren Mitarbeiter-Mannschaft. Für die freien Stellen im Verkauf, Produktion und im Lager sind 45 Bewerbungen eingegangen. „Wir sind beim Sichten und laden nach Ostern zu Gesprächen ein“, bestätigt Heiko Tänzer.

Dass der neue Firmensitz mit großer Schaumanufaktur innen ganz in Gelb gehalten ist, versteht sich dabei von selbst. Dort, wo früher die Busse zur Werkstatt mit Waschanlage eingefahren sind, beginnt heute das gelbe Manufaktur-Reich mit großem Besucherraum. Was vor acht Jahren mit einer Kiste und 45 Flaschen begann, hat sich zu einer Senftenberger Erfolgsgeschichte entwickelt, die ihresgleichen sucht.