ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 20:14 Uhr

Sehr frühe Weinlese am steilsten Weinberg Brandenburgs
Eichenfässer aus Frankreich für Rekordjahrgang aus Großräschen

Die frühe Solarisernte vom Großräschener Weinberg ist inzwischen schon im Faß. Die  wunderschön ausgereiften Trauben mit idealen Zucker- und Säurewerten  lassen auf einen Spitzen-Weißwein-Jahrgang  hoffen.
Die frühe Solarisernte vom Großräschener Weinberg ist inzwischen schon im Faß. Die wunderschön ausgereiften Trauben mit idealen Zucker- und Säurewerten lassen auf einen Spitzen-Weißwein-Jahrgang hoffen. FOTO: Wobar
Großräschen. Sonne hat am Großräschener Weinberg Weine mit Spitzenwerten reifen lassen. Solaris schon im Fass. Von Andrea Budich

Für den Großräschener Solaris hat der Erste Kellermeister vom Weingut Proschwitz, Jacques du Preez.aus Meißen, seinen Urlaub abgebrochen. Die Werte aus der Laborprobe haben den aus Südafrika stammenden Weinexperten überzeugt und zur Arbeit in den Weinkeller gerufen. 102 Oechsle Mostgewicht und 6,7 Gramm pro Liter Säure - das sind Spitzenwerte, die den Vergleich zu renommierten Weinanbaugebieten nicht scheuen brauchen. Solche Idealwerte sind beste Voraussetzungen für einen super Jahrgang, einen Jahrgang für die Annalen. Da freut sich auch ein gestandener Kellermeister.

Großräschens Winzerpaar Cornelia und Andreas Wobar natürlich auch. Für den Agraringenieur und die Wirtschaftswissenschaftlerin ist es die fünfte Lese. Die anhaltende Hitze mit Rekordtemperaturen und Sahara-Trockenheit in diesem Sommer hat sie nicht umgehauen. Um die 5000 Rebstöcke am steilsten Weinberg Brandenburgs unterhalb der IBA-Terrassen vor dem Trockenstress zu bewahren, haben sie zweimal ihre Regenmaschine in Gang gesetzt. Damit die Beeren keinen Sonnenbrand bekommen, hat der Winzer mit seinen Helfern die Stöcke diesmal weniger entblättert.

Großräschens Winzerpaar Cornelia und Andreas Wobar  haben vor der Solaris-Lese  mehrmals  Traubenproben in Augenschein genommen. Derzeit steht der rote Pinotin  mit bereits  voll durchgefärbten Trauben unter Beobachtung.  „Der Lesetermin wird kurzfristig entschieden“, freut sich der Winzer auf einen Spitzen-Jahrgang.
Großräschens Winzerpaar Cornelia und Andreas Wobar haben vor der Solaris-Lese mehrmals Traubenproben in Augenschein genommen. Derzeit steht der rote Pinotin mit bereits voll durchgefärbten Trauben unter Beobachtung. „Der Lesetermin wird kurzfristig entschieden“, freut sich der Winzer auf einen Spitzen-Jahrgang. FOTO: Rasche Steffen/Wobar / Rasche

Für Wobars steht die Qualität ihrer Trauben im Vordergrund, nicht die Masse. Mit kleineren Erträgen, wie sie Winzer deutschlandweit nach den Dürrewochen befürchten, haben sie kein Problem. Ihr ein Hektar großer Weinberg ist noch eine Junganlage, bepflanzt mit neuen Piwi-Sorten, die ohnehin nie die Hektar-Erträge ins Glas bringen wie ein Dornfelder oder ein Riesling.

Die in der Vorwoche mit knapp dreiwöchigem Vorsprung gelesenen 3,3 Tonnen Solaris gehen daher vom Ertrag her für das Winzerpaar vollkommen in Ordnung. Ganz im Gegenteil haben sie die Hälfte mehr Ernteertrag eingefahren als im Vorjahr mit den Frost-Einbußen in der Blütezeit.

Auf einen Spitzenjahrgang hofft Andreas Wobar auch beim Rotwein. Dank der vielen Sonne konnten sich edle Inhaltsstoffe und Aromen bilden. Die Pinotin-Werte von 76 Oechsle Mitte August lassen auf einen besonders guten Tropfen hoffen, der sogar noch den vielprämierten und nahezu mediterran wirkenden Jahrgang 2016 übertrumpfen könnte. Letzterer ist in der jüngsten Ausgabe des europaweit führenden Magazins für Weinkultur „Vinum“ als ein Favorit mit 15,5 von 20 Punkten ausgezeichnet worden. Der Winzer selbst wird darin als einer von sieben bemerkenswerten Winzern Brandenburgs vorgestellt.

Weil ein so kostbarer Jahrgang erwartet wird, investiert der Großräschener Winzer vorsorglich 6000 Euro für den Neukauf von echten französischen Barrique-Fässern für den späteren Ausbau seines Rotweines.

Weil der Solaris so früh wie nie gelesen wurde und jetzt schon in den Fässern im Meißener Weinkeller liegt, kann er nicht mehr zum Federweißenfest am 8. September ausgeschenkt werden. Der Termin steht aber fest, die Antoniusmusikanten proben bereits für ihren Auftritt am Weinberg. Der Federweiße wird dann aus einem anderen Großräschener Wein stammen.

Wie gut die Weine des Jahrgangs 2018 tatsächlich auf der Zunge liegen, können die Lausitzer dann im nächsten Frühjahr bei der Großräschener Jungweinprobe am 27. April 2019 und bei der Großen Brandenburger Jungweinprobe am 10. Mai 2019 verkosten.