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| 20:40 Uhr

2. Senftenberger Frühlingsmeile
E-Mobilität trifft auf Auto-Tradition

 Trotz Kälte und Regens kamen am Sonnabend viele neugierige Besucher, um sich über die neuesten Autotrends auf der 2. Senftenberger Frühlingsmeile zu informieren.
Trotz Kälte und Regens kamen am Sonnabend viele neugierige Besucher, um sich über die neuesten Autotrends auf der 2. Senftenberger Frühlingsmeile zu informieren. FOTO: Aswendt Peter / PETER ASWENDT
Senftenberg. Die 2. Senftenberger Frühlingsmeile trotzt mit Erfolg den unerwarteten Wetterkapriolen. Von Peter Aswendt

Der Gewerbeverein Senftenberg richtet seit vielen Jahren traditionell das Senftenberger Frühlingsfest aus. Bis dahin als Senftenberger Autofrühling bekannt, wurde im vergangenen Jahr die Agentur Seenland kreativ mit neuen Ideen als Veranstalter gebunden: Und heraus kam die Senftenberger Frühlingsmeile. Die stand in diesem Jahr nun ganz im Zeichen der E-Mobilität.

„Natürlich müssen wir in jedem Jahr unseren Gästen und auch den Ausstellern auf der Frühlingsmeile etwas Neues anbieten“, beschreibt Martin Hanschick, Geschäftsführer der Senftenberger Veranstaltungsagentur, die Veranstaltungsplanung. Am vergangenen Samstag gab es mit der sogenannten „Elektromeile“ in der Senftenberger Schlossstraße die automobile Zukunft zu bewundern.

Natürlich gibt es keine erfolgreiche Zukunft ohne eine entsprechende Vergangenheit. Sicherlich eine Metapher, aber auf der Senftenberger Frühlingsmeile traf sich die automobile Vergangenheit mit der elektrischen Zukunft. Die Oldtimerfreunde aus Schwarzheide kamen, trotz des schlechten Wetters, gemeinsam mit ihren Ablegern, den jungen Autos von United Motors, und zeigten, was die automobile Ingenieurskunst in der Vergangenheit leistete. „Natürlich haben wir nicht unsere schmucken offenen Roadster bei diesem Regenwetter mitgebracht, aber einige Schmuckstücke haben wir schon dabei“, bestätigt Andreas Polansky, Vorsitzender der Oldtimerfreunde aus Schwarzheide. Mit einem originalen Trabant 501 oder einer der ersten Mercedes S-Klasse von Anfang der 1970er-Jahre oder einem Motorrad der verschwundenen Zittauer Marke Phänomen erregten die Oldtimerfreunde mindestens genau so viel Aufsehen wie die modernen „Stromer“ auf der Elektromeile.

Dort hatten einige der 15 Autohäuser aus der Region neben den zahlreichen Hybridangeboten ihre vollelektrischen Fahrzeuge präsentiert und gaben den Gästen auch die Gelegenheit, das elektrische Fahrgefühl in einer Probefahrt hautnah zu erleben. Neben einem Audi e-tron und einem Renault Zoe war auch der Nissan Leaf ein gefragter Stromer: „Wir spüren das gestiegene Interesse bei unseren Kunden, deshalb freuen wir uns, mal speziell unsere Leistungsfähigkeit bei der Elektromobilität präsentieren zu können“, zeigt sich Holger Spies, Geschäftsführer des Autohauses Mosig in Senftenberg, erfreut.

Dass die Marke Tesla nach wie vor das Interesse der elektro-interesierten Autofans erregt, zeigt sich auch auf der Senftenberger Frühlingsmeile. Mit einem Tesla Model S 90D in Bondgold war Annett Ströer aus Lübbenau zur Frühlingsmeile nach Senftenberg gekommen. Vordergründig betreibt sie ein Vermietungsunternehmen für den Nobelstromer, aber das Interesse der Besucher lag natürlich auf den technischen Details dieser Marke. „Viele Mitfahrer sind begeistert von dem Drehmoment und von der Geschwindigkeit, die man in wenigen Sekunden erreicht“, lächelt die Elektrofahrerin aus Lübbenau.

Immerhin bringt der Tesla über 400 elektrische Pferdestärken auf die Straße.

Natürlich hielt sich der Besucherstrom bei dem Kälte- und Regenrekord für Anfang Mai in Grenzen. Aber die Besucher, die sich wetterfest eingepackt in die Senftenberger Innenstadt wagten, zeigten sich begeistert. „Uns ist das Wetter egal, wir sind sehr oft in unserem Garten“, zeigen sich Kurt und Ilona Wiesholz begeistert. „Es ist schon beeindruckend, dass trotz des Regens so viele beim Fest mitmachen und sogar eine Band spielt“, freuen sie sich. Jürgen Printz ist eigentlich in Leipzig zu Hause, besucht aber seine Großeltern in Senftenberg: „Bei uns sieht man immer mehr Elektroautos, da nutze ich hier mal die Gelegenheit, um mich zu informieren“, erzählt er. Natürlich möchte er den Tesla mal hautnah erleben, wie so viele andere Besucher.

Als um 15 Uhr Schlagerstar André Stade auf die Bühne kommt, sind dann auch endlich die Regenwolken auf dem Rückzug und die Innenstadt füllt sich zusehends mit Besuchern. „Wir wollen uns André anschauen, die Autos interessieren uns weniger“, lachen die Freundinnen Heike und Rosi, die extra aus Schwarzheide für das kleine Konzert angereist sind.

Schließlich zeigten sich auch noch die Models vom Modehaus Voigt trotz tiefer Temperaturen mit der sommerlichen Mode, die man in diesem Jahr unbedingt im Lausitzer Seenland tragen sollte. Mitten drin die frisch gebackene Frühlingsprinzessin Lara Plobst. „Es ist schon cool, gewonnen zu haben“, freut sich die 18-Jährige. „Aber, dass es bei meinem Amtsantritt so kalt sein muss, war nicht geplant“, gesteht sie mit einem Augenzwinkern und deutet auf ihr Kleid, welches dann doch eher für einen Sommerball als für einen Spaziergang bei Regen geeignet ist. Trotzdem bewältigte sie ihre Aufgaben tapfer, war aber froh, als der Tag als Prinzessin vorüber war.