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| 15:18 Uhr

Cyberkriminalität in Senftenberg
E-Mail-Terror unter falschem Namen

Senftenberg. Elektronische Post mit dem Absender des Senftenberger Oberschul-Leiters erweist sich als Betrug. Von Jan Augustin

Eine ausgefeilte Betrugsmasche auf elektronischem Postweg ist derzeit in Senftenberg im Umlauf. Auf den ersten Blick wirkt sie vertraulich – als Absender und Unterzeichner der E-Mail ist Frank Losch, der Leiter der Dr.-Otto-Rindt-Oberschule, angegeben. Bei genauerem Hinsehen aber wird klar: Die Post stammt von einem Betrüger. Nicht nur, dass der Schulname falsch geschrieben ist – das „t“ bei Rindt fehlt – auch die E-Mail-Adresse manisha.koneru@ssrlabs.com macht misstrauisch. Die Alarmglocken sollten spätestens bei der Aufforderung läuten, einen Link zu öffnen, um an die Rechnung zu gelangen. Auch Renate Hensel aus Senftenberg hat so eine E-Mail erhalten. Den Schwindel hat sie sofort erkannt und den darin geforderten Betrag von 355,80 Euro nicht überwiesen. Dass in diesem Fall der Name eines angesehenen Mannes missbraucht wird, sei an Dreistigkeit kaum zu übertreffen.

Der echte Frank Losch hat selbst elektronische Post unter seinem Namen erhalten. „Woher das kommt, weiß ich nicht. Das nimmt merkwürdige Kreise an“, sagt er. Auch die Rechnertechnik in der Schule sei betroffen. Derzeit können keine E-Mails empfangen werden. Und das ist nicht das erste Mal. Aktuell versuchen Techniker, das Problem zu beheben. Falls jemand eine entsprechende E-Mail erhalten sollte, warnt Frank Losch: „Auf keinen Fall den Anhang öffnen.“ Ansonsten nistet sich ein Virus auf dem Computer ein. Frank Losch vermutet, dass ein Programm auf die Kontakte des Adressbuches zurückgreift und dann automatisch E-Mails an diese Adressen versendet. So wie an Renate Hensel.

Die 78-Jährige ärgert sich derweil noch über Bluff-Anrufe, die sie immer wieder erhält. Im jüngsten Fall hat der Schwindler vorgegeben, ein Mitarbeiter der Vollzugsbehörde Stuttgart zu sein. „Er hat sehr kompetent gewirkt.“ Und er hat Geld gefordert. Renate Hensel legt auf, doch das Telefon klingelt sofort wieder. Man könne sich auch gütlich einigen, habe der Mann ihr gesagt. Die Senftenbergerin stellt Strafanzeige. Aber das Verfahren ist eingestellt worden. Der Inhaber der Telefonnummer ist zwar ermittelt worden. Es ist aber davon auszugehen, dass diese von unbekannten Tätern missbräuchlich verwendet wurde, teilt ihr die Staatsanwaltschaft Cottbus mit. Weitere Nachforschungen würden zurzeit keinen Erfolg versprechen.