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E-Biker können kostenlos Strom tanken

Bürgermeister Andreas Fredrich (v.l.), Jürgen Schmager vom Naturschutzbund und Volker Mielchen, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, radeln am Donnerstag mit den frisch aufgeladenen E-Bikes um die erste Solar-Tankstelle am Senftenberger See.
Bürgermeister Andreas Fredrich (v.l.), Jürgen Schmager vom Naturschutzbund und Volker Mielchen, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, radeln am Donnerstag mit den frisch aufgeladenen E-Bikes um die erste Solar-Tankstelle am Senftenberger See. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg. Sie ist etwa zwei Meter groß, recht schlank und erinnert in der Form an einen Außenkamin. Ins Bild des architektonisch modernen Stadthafens fügt sie sich gut ein: die erste mit Solarstrom betriebene Ladestation am Senftenberger See und im Lausitzer Seenland. Jan Augustin

Am Donnerstag sind die Hüllen für die umweltfreundliche Stromtanke gefallen. Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD), der Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland, Volker Mielchen, und das Senftenberger Nabu-Vorstandsmitglied Jürgen Schmager weihen die Station feierlich ein und drehen fröhlich die erste Hafenrunde auf den frisch geladenen E-Bikes.

Gäste, Touristen und Einheimische können das neue Angebot ab sofort kostenlos nutzen. Wenn der Akku vom E-Bike schlappmacht, brauchen sie nur das angeschlossene Ladekabel mit einer der Steckdosen verbinden. Die Ladezeit hängt vom jeweiligen Akkutyp ab. Sechs Anschlüsse gibt es verteilt auf drei Schließfächer. Für einen Euro können diese, müssen aber nicht genutzt werden, erklärt Volker Mielchen. Der Touristiker hofft, dass möglichst viele Menschen das Gemeinschaftsprojekt nutzen. Die Tanke ist ein "schönes Symbol für die gute Zusammenarbeit" mit dem Naturschutzbund und der Stadt Senftenberg, betont Volker Mielchen.

Nabu-Mitglied Jürgen Schmager ist sichtlich stolz, dass der Senftenberger Ortsverband dieses Mal nicht als Bittsteller auftritt, sondern als Förderer. Das Geld, das der Naturschutzbund vor zwei Jahren für den vom Oberspreewald-Lausitz-Kreis ausgeschriebenen Energiepreis gewonnen hatte, hat der Nabu für das Projekt gespendet. Knapp 5000 Euro haben die Ladestation und der Aufbau insgesamt gekostet.

Jürgen Schmager ist davon überzeugt, dass der Leitspruch "Lausitzer Seenland des 21. Jahrhunderts" immer mehr Gestalt annimmt. Der Begriff war vor Jahren eigentlich nur für moderne und umweltschonende Schiffe bestimmt gewesen. Nun deutet sich an, dass er immer weiter gefasst werden kann.

Bürgermeister Andreas Fredrich kündigt für dieses oder spätestens das nächste Jahr sogar den Bau einer öffentlichen Strom-Tankstelle für Elektro-Autos im Stadtgebiet an. "Die E-Mobilität wird zunehmen", begründet er. Als ein Baustein passe die neue Ladestation gut in das Gefüge einer umweltfreundlich ausgerichteten Kommune. "Da sind wir auf dem richtigen Weg", sagt Andreas Fredrich. Erst im vergangenen Jahr wurde ja die Solarthermieanlage auf einem alten Deponiestandort mitten in der Stadt in Betrieb genommen. In der Grün- und der Grubenstraße besitzen die Stadtwerke zudem eigene Solarfelder. Außerdem hält das städtische Unternehmen mehrere Anteile an Windkraftanlagen.

Die Solaranlage für die neue Ladestation befindet sich auf dem Dach des Hafenfunktionsgebäudes und versorgt dieses mit Elektrizität. Für wolkenbedeckte Tage speichert eine Pufferbatterie den Strom. "Wir wollen aber auch, dass die Gäste etwas davon haben", erklärt Verbandsvorsteher Volker Mielchen. Wenn die erste Tankstelle für E-Bikes im Lausitzer Seenland gut angenommen werde, könne er sich auch vorstellen, weitere Anlagen in der Tourismus-Region zu bauen.