Eigentlich sollte die Einweihung des Gotteshauses bereits am Sonntag, dem 14. November 1909 stattfinden. Doch aus "kirchlichen Gründe" mussten die Feierlichkeiten auf den 2. Dezember, einen Donnerstag, verschoben werden. Mittags, um Punkt 12 Uhr, erklang nach Angaben der "Fest-Ordnung für die Einweihung der Kirche in Bückgen" die Hymne "Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" von Beethoven. Das Bauwerk wurde auf einem 3000 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber der Schule errichtet. "Eine bessere Lage ist im fraglichen Gebiet nicht vorhanden", schreibt die "Festschrift zur Einweihung der Kirche zu Bückgen bei Grube Ilse (Nieder-Lausitz)". Weiter ist vermerkt, dass die dortige, noch junge Lindenallee erhalten werden konnte, die später den Zugang zum Kirchhof einfasste. Da der Kirchturm aus möglichst weiter Ferne zu sehen sein sollte, konnte er nicht an die Westfront des Kirchenschiffes gebaut werden. Man setzte das 50 Meter hohe Bauwerk an die Straße, und zwar in die Ecke zwischen Lang- und Querhaus. Das eigentliche Kirchenschiff wurde nach Angaben der Festschrift als gewölbte Halle erbaut, um den Charakter eines Langhauses zu erreichen.Das Bückgener Gotteshaus ist als "Nebenkirche" errichtet worden. Ursprünglich sollte die Kirche in Großräschen erweitert werden. Durch ständig steigende Einwohnerzahlen der Industriegemeinden Groß- und Kleinräschen sowie Bückgen wurde der Bau einer neuen Kirche zwingend. Ihre Errichtung geschah in einer Rekordzeit. Nach dem ersten Spatenstich am 24. April 1909 und der Grundsteinlegung am 1. Juni 1909 wurde bereits am 2. Dezember 1909 die Einweihung gefeiert. Die wichtigste Firma vor Ort, das Bergbauunternehmen Ilse-AG, spendete neben Geld auch Klinkersteine. Zudem sponserten hochrangige Mitarbeiter die Inneneinrichtung. Beispielsweise wurden die Glocken von Generaldirektor Schumann sowie den Bergwerksdirektoren Müller und Bähr bezahlt.Ein langes Leben war der Bückgener Kirche unterdessen nicht beschieden. Ende der 80er-Jahre wurde fast der komplette Ort durch den Tagebau Meuro überbaggert. Seit März 2007 ist dort der Ilse-See im Entstehen begriffen.