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| 16:11 Uhr

Anhaltende Trockenheit führt zu erheblichen Ernteausfällen
Dürre ruiniert Lausitzer Bauern

 Wer in diesen Tagen durch den Landkreis fährt, sieht Bilder des Jammers. Auf diesem Schlag der Agrargenossenschaft Großräschen vertrocknen die Sonnenblumen. Landwirt Günter Kockro geht das an die Nieren. Bei den Möhren und Frühkartoffeln sieht es nicht anders aus.
Wer in diesen Tagen durch den Landkreis fährt, sieht Bilder des Jammers. Auf diesem Schlag der Agrargenossenschaft Großräschen vertrocknen die Sonnenblumen. Landwirt Günter Kockro geht das an die Nieren. Bei den Möhren und Frühkartoffeln sieht es nicht anders aus. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Großräschen/Frauendorf. Bauern aus Großräschen und Frauendorf machen sich angesichts der anhaltenden Trockenheit Sorgen um die Ernte. Sonnenblumen und Möhren vertrocknen auf dem Feld. Von Andrea Budich

„Du musst ernten, sonst vertrocknet alles!“ Wenn Günter Kockro über die Schläge der Agrargenossenschaft Großräschen streift, dann blutet das Herz des Leiters Pflanzenproduktion.  „Die Dürre schlägt ganz böse zu, sie ruiniert uns“, bringt er es auf den Punkt. Möhren, Frühkartoffeln und Sonnenblumen sind am Vertrocknen, der Mais kämpft.  Der Hafer musste am Dienstag aufgrund der anhaltenden Trockenheit drei Wochen vor der Zeit vom Halm.  „So zeitig haben wir noch nie gedroschen“, schüttelt Kockro den Kopf. Bei der Wintergerste  steht ein Ertragsausfall von 30 Prozent  im Buch. Nur  35 Dezitonnen im Schnitt haben Großräschens Bauern  eingefahren. Beim Grassamen sind die Verluste noch höher. Nur die Hälfte des  erwarteten Ertrages wurde erreicht. Für ­Kockro zeichnet sich daher jetzt schon ab, dass es für die Lausitzer Bauern ein ganz prekäres Jahr wird.

Um das Schlimmste zu verhindern, laufen  in der Agrargenossenschaft Frauendorf  die Regenmaschinen derzeit rund um die Uhr. „Ansonsten würden unsere  Kartoffeln  umfallen und vertrocknen“, sagt Genossenschaftschef Walter Beckmann. Bei allen unberegneten Kulturen rechnet Beckmann sogar  mit  größeren  Ertragseinbußen als im Dürrejahr 2018. Der Mais weist schon jetzt deutliche Trockenschäden auf. Auch beim Roggen und Weizen wird es zu nicht unerheblichen Ertragsausfällen kommen. Die Ähren sind zwar lang, die Körner aber  klein. „Weil das Wasser  in der  Kornausbildungsphase im Juni und Juli  gefehlt hat“, erklärt Walter Beckmann.

 So zeitig wie noch nie ist am Dienstag der Hafer in der Agrargenossenschaft Großräschen gedroschen worden.
So zeitig wie noch nie ist am Dienstag der Hafer in der Agrargenossenschaft Großräschen gedroschen worden. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE

Die Dürre bringt indes auch  Frauendorfs Rinderhalter in Not.  Das Grün auf den Weiden wird mit jedem Tag knapper. Frisches, grünes, saftiges Gras wächst bei der Trockenheit nicht mehr nach, die Halme verdörren in der Gluthitze. Die Weiden  ähneln Steppen.  Um die 500 Mutterkühe trotz Dürre satt zu bekommen, haben Frauendorfs  Bauern vorsorglich auf 200 Hektar  Futterroggen angebaut und Anfang Mai siliert. Mit diesem Polster im Stall müssen die Rindviecher nicht hungern. Wenngleich es Beckmann trotzdem schmerzt, dass er die kostbare Futterreserve, die eigentlich für den Winter gedacht ist, jetzt schon angreifen muss. Das Bild aus dem Vorjahr wiederholt sich: Der Futterladewagen rollt wieder raus auf die Weiden.

 Wer in diesen Tagen durch den Landkreis fährt, sieht Bilder des Jammers. Auf diesem Schlag der Agrargenossenschaft Großräschen vertrocknen die Sonnenblumen. Landwirt Günter Kockro geht das an die Nieren. Bei den Möhren und Frühkartoffeln sieht es nicht anders aus.
Wer in diesen Tagen durch den Landkreis fährt, sieht Bilder des Jammers. Auf diesem Schlag der Agrargenossenschaft Großräschen vertrocknen die Sonnenblumen. Landwirt Günter Kockro geht das an die Nieren. Bei den Möhren und Frühkartoffeln sieht es nicht anders aus. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
 So zeitig wie noch nie ist am Dienstag der Hafer in der Agrargenossenschaft Großräschen gedroschen worden.
So zeitig wie noch nie ist am Dienstag der Hafer in der Agrargenossenschaft Großräschen gedroschen worden. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE