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Drohende Sauerei und ADHS

In Großräschen wird an einem einzigartig-attraktiven See-Spielpatz im Malerviertel gearbeitet. Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) fordert eine breite Bürgerdiskussion zur Gestaltung heraus. Kawe Kawe

Und vor allem die jung gebliebene Großeltern-Generation aus der Stadt hinterfragt den Spielplatzplan sehr genau. In der Kritik steht der vorgesehene Zaun. Als schlagendes Argument für diesen und das Verschließen der Anlage in den Abendstunden und über Nacht wird der "Schutz gegen die Schweine" ins Feld geführt. Wobei - bewusst oder auch nicht - offen bleibt, welche wilden Sauen ausgesperrt bleiben müssen. Tierisch diplomatisch versachlicht das Stadtoberhaupt in seiner ruhigen Art die heiße Debatte. Natürlich solle das jungfräuliche Grün auf der Erlebnis-Spielanlage gaaaanz in Ruhe anwachsen können. Thomas Zenker untermauert die Notwendigkeit des ungeliebten Zaunes aber auch mit den Forderungen der Versicherer in Deutschland - und landet damit doch zielsicher beim Thema Vandalismus. "Das ist nicht Großräschen spezifisch und allenorts in der Region ein Problem", betont Zenker. Doch der Reparaturbedarf an öffentlichen Spielplätzen in der Stadt sei wirklich verdammt hoch: "Jeden Spielplatz, den wir nach der Wende neu gebaut haben, haben wir inzwischen noch einmal bezahlt", macht er die Dimension der Schweinerei klar.

Die Europäische Union droht jetzt im Fall von ADHS strengste Verwaltungssanktionen an. Das bestätigt Simone Schökel, die Fachfrau für die ländliche Entwicklung in Südbrandenburg. Aber die ausgesprochen hilfsbereite Dame will damit nicht die Eltern von Kindern mit diagnostizierter Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, ADHS genannt, erschrecken. Sie redet vielmehr Tacheles zur neuen Förderperiode: Bei Verstößen gegen Richtlinien werden je nach Ausmaß, Dauer, Häufigeit und Schwere - bürokratisch ADHS - saftige Strafzahlungen erhoben.