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| 01:08 Uhr

Drogendealer gesteht: Großräschener kommt mit blauem Auge davon

Großräschen.. Es war zweifelsohne nicht nur das schlechte Gewissen, dass Jens K.* drängte, seine Sünden vor dem Kadi zu beichten. Ein cleverer Schachzug des Großräscheners – der ihn vor einer Zwangspause hinter Gittern bewahrte. Dörthe Hückel-Krause

Auf die Anklagebank musste der 26-Jährige, weil er sich mit Drogen eine goldene Nase verdient hat. Prekär: Er versorgte sogar 16-jährige Schüler mit illegalen Substanzen. Mindestens 32 Mal soll er im vergangenen Jahr Marihuana in seiner Wohnung vertickt haben, ein Gramm à zehn Euro.
Die Vorwürfe nahm Jens K. prompt auf seine Kappe, gab aber kein Berufsgeheimnis preis. Wo er seine Ware bezog? „Ich hab mich mal mit jemandem in Cottbus getroffen“ , stammelte er nur. Vielleicht gab sein Gedächtnis wirklich nicht mehr her - immerhin war der Drogendealer zu jener Zeit meist selbst im Dschumm. „Ich habe täglich Marihuana geraucht, so wie andere Zigaretten. Heute nur ab und zu.“
Zwar präsentierte sich Jens K. maulfaul - das Gericht ließ ihn trotzdem mit einem blauen Auge ziehen: Staatsanwältin Kathleen Andre plädierte auf zwei Jahre zur Bewährung. „Er sieht sein Unrecht ein.“
Das Schöffengericht unter Amtsrichter Harald Rehbein war noch milder. Ein Jahr und elf Monate muss sich der Angeklagte beweisen, sonst wandert er geradewegs in den Knast. Ganz ohne kommt er aber nicht davon: Der Arbeitslose muss 150 Stunden lang für einen guten Zweck schuften, außerdem eine ambulante Therapie hinter sich bringen, um von den Drogen loszukommen.
* Name geändert