| 18:41 Uhr

Aus dem Gericht
Drogendealer droht harte Strafe

Cottbus/Senftenberg. Am Landgericht endet an diesem Montag der Prozess gegen einen Senftenberger.

Folgt das Cottbuser Landgericht dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, dann wird Sven M.* an diesem Montag zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 13 Jahren und neun Monaten verurteilt. Der 37-jährige Senftenberger soll in insgesamt 114 Fällen unerlaubt mit Betäubungsmitteln, insbesondere mit dem Methamphetamin Crystal Meth, Handel getrieben haben und unerlaubt eine Pistole besessen haben.

Die Verteidigung hält für seinen Mandanten indes eine Strafe von neun Jahren und elf Monaten für angemessen. Einen Teil der Strafe soll der drogenabhängige Angeklagte für Therapiezwecke im Maßregelvollzug verbringen, was auch die Staatsanwaltschaft fordert.

Das Cottbuser Landgericht hatte ihn wegen Drogenhandels bereits 2006 zu drei Jahren Haft verdonnert. Anfang 2017 verurteilte ihn das Amtsgericht in Senftenberg zu einer Bewährungsstrafe.

Sven M. war vor knapp einem Jahr bei einer groß angelegten Razzia festgenommen worden. Wohnungen und Gärten wurden in Cottbus, Senftenberg und Lübben durchsucht. Einsatzkräfte vom Spezialeinsatzkommando stellten ihn, als er 200 Gramm Crystal an einen Dea­ler aus Lübben verkauft haben soll.

Die Ermittler stellten in einer Wohnung, die Sven M. als Bunkerort genutzt haben soll, unter anderem 1,6 Kilo Crystal, 80 Gramm Kokain, 700 Gramm Haschisch, 770 LSD-Trips sowie mehrere Tausend Euro Bares sicher. In einer Nachbarwohnung soll zudem eine scharfe Pistole mit Schalldämpfer des Angeklagten gefunden worden sein. Die Kombination von Waffen-, Drogenfund und Handel erhöht das Strafmaß erheblich und sieht auch bei relativ kleinen Mengen eine Mindeststrafe von fünf Jahren vor. Das synthetisch hergestellte Methamphetamin Crystal soll Sven M. von zwei Kurieren aus Senftenberg - einem Vater und dessen Sohn - bezogen haben. Beide stehen seit Kurzem ebenfalls vor dem Kadi.⇥*Name geändert

(jag)