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| 19:01 Uhr

Bewaffneter Handel mit Marihuana und Kokain
Drogendealer ficht hartes Urteil an

Senftenberg/Cottbus. Ein am Landgericht Cottbus verurteilter Senftenberger (30) hat Revision gegen seine Haftstrafe eingelegt. Der Bundesgerichtshof muss jetzt ran. Von Jan Augustin

Das Urteil ist hart – liegt aber im Strafrahmen: Ein 30-jähriger Senftenberger ist vom Landgericht Cottbus wegen bewaffneten Drogenhandelns zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Mindestens fünf, maximal 15 Jahre sieht der Gesetzgeber für diesen Straftatbestand vor. Jedoch: Das Urteil wird jetzt vom Bundesgerichtshof (BGH) unter die Lupe genommen, weil die Verteidigung des Verurteilten fristgerecht Revision eingelegt hat. Das bestätigt der Sprecher des Landgerichtes, Frank Merker.

Die zweijährige Bewährungsstrafe des Senftenbergers ist gerade abgelaufen, als die Ermittlungsbehörden im vergangenen Jahr abermals auf ihn aufmerksam werden. Eher durch Zufall – denn die Polizei hat eigentlich einen anderen Mann auf dem Kieker. Dieser trifft sich im Oktober vergangenes Jahres mit dem jetzt Verurteilten – und bekommt einen Beutel überreicht. Polizisten beobachten den Vorgang und stellen fast zwei Kilo Marihuana sicher.

Ab diesem Zeitpunkt konzentrieren sich die Ermittlungen auch wieder auf den Senftenberger – mit einer aufwendigen Observation des neuen Verdächtigen. Am Auto befestigen die Kriminalisten einen GPS-Sender. Auch das Telefon wird überwacht. Auffällig: Die Beamten registrierten etliche Fahrten nach Ruhland. Dort nutzt der heute 30-Jährige eine Wohnung eines Bekannten, um seine Drogen und die dazugehörigen Utensilien zu deponieren – im Schlafzimmer. Beamte finden hier bei einer Durchsuchung im Februar ein Kiste. Fein säuberlich sortiert, lagern darin 3,7 Kilogramm Cannabis, mehr als 700 Gramm hoch wirksames Kokain, ein Schlagring, zwei Waagen, ein Schweißgerät zum Verschließen von Folien und mehrere Einweghandschuhe.

Die 1. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Frank Schollbach erkennt eine „hohe kriminelle Energie“ bei dem Senftenberger. Das Gericht geht anhand der gefundenen Drogen und anderer Indizien zwar davon aus, dass der Angestellte einer Wohnungsgesellschaft mehrfach und mit nicht geringen Mengen gedealt haben muss, beweisen können sie es ihm aber nicht. Der nicht drogenabhängige Angeklagte selbst räumt nur eine Tat ein.

Ob der BGH das Urteil aufheben wird, ist noch unklar. Vor knapp einem Monat hatte er es in einem ähnlichen Fall getan. Der Prozess gegen einen anderen Senftenberger Drogendealer, der zu einer Rekordstrafe von zwölfeinhalb Jahren verknackt wurde, muss am Cottbuser Landgericht neu aufgerollt werden. Auch damals hatte die Strafkammer um Richter Frank Schollbach die Verhandlung geführt.