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| 13:42 Uhr

Wohnen im Alter
DRK investiert zehn Millionen Euro

Der Einrichtungsleiter des DRK-Wohnparks Christian Raum (links) steht mit der Pflegedienstleiterin Heike Baumgarten auf dem Gelände, wo im nächsten Monat die Bauarbeiten beginnen sollen. Im Hintergrund die älteren Gebäude des DRK-Seniorenwohnparks in Großräschen.
Der Einrichtungsleiter des DRK-Wohnparks Christian Raum (links) steht mit der Pflegedienstleiterin Heike Baumgarten auf dem Gelände, wo im nächsten Monat die Bauarbeiten beginnen sollen. Im Hintergrund die älteren Gebäude des DRK-Seniorenwohnparks in Großräschen. FOTO: Peter Aswendt
Großräschen. Der DRK-Seniorenwohnpark Großräschen erhält einen Neubau mit offener Begegnungsstätte. Doppelzimmer gehören bald der Vergangenheit an. Die Bedingungen für Bewohner und Mitarbeiter werden besser. Von Peter Aswendt

Wer stellt sich nicht einen schönen, niveauvollen Altersruhesitz vor. Die Ruhe der eigenen vier Wände, aber auch das pulsierende Leben in einem Café genießen – nach einem langen Arbeitsleben sind das doch eher bescheidene Wünsche. Nach dem neuen Pflegestärkungsgesetz wird häuslicher Pflege der Vorrang vor der stationären eingeräumt. Aber was passiert mit den Menschen, die stationär gepflegt werden müssen?

Immer öfter ist der Begriff Quartiersprojekt zu hören. Umgangssprachlich erklärt: Die die bisherigen stationären Senioreneinrichtungen werden in die urbane Gemeinschaft mit offenen Begegnungsstätten integriert. Dass dies eine wesentliche Steigerung der Lebensqualität der Bewohner mit sich bringt, hat auch der DRK-Kreisverband Lausitz erkannt.

„Unser Seniorenwohnpark stammt aus den 1990er-Jahren, da gab es noch andere Konzepte, jetzt ist es an der Zeit neue Wege zu gehen“, ist Christian Raum (42), Einrichtungsleiter des Seniorenwohnparks Großräschen, überzeugt. Dazu kommt, dass die Strukturqualitätsverordnung (SQV) für stationäre Einrichtungen in Brandenburg Einzelzimmerunterbringung vorschreibt.

Die Investitionen in Einrichtungen aus den 90er-Jahren sind dementsprechend hoch. Der DRK-Kreisverband Lausitz nimmt dazu zehn Millionen Euro in die Hand: „Das sind alles Eigenmittel, da es zurzeit keine Fördermittel für Investitionen im stationären Bereich gibt“, stellt er klar.

Die umfangreichen Baumaßnahmen sollen Mitte August beginnen. Geplant ist ein zweistöckiger Neubau hinter dem jetzigen Wohnparkgelände an der Wilhelm-Pieck-Straße: „Wir haben das angrenzende Grundstück von der Stadt erworben“, informiert Christian Raum. Und das sei erfreulich unkompliziert geschehen. Dadurch erweitert sich die gesamte Fläche des Wohnparks auf circa zwei Hektar.“

Neben dem neuen Gebäude werden auch weitläufige Parkanlagen entstehen. Das gesamte Quartiersprojekt des DRK Lausitz ist aber noch viel größer angelegt. „Wir werden neben dem jetzt schon existierenden ambulanten Pflegedienst eine Tagespflege mit 24 Plätzen integrieren“, berichtet der Einrichtungsleiter und zukünftige Quartiersmanager. „Das Angebot des betreuten Wohnens wird auf 46 Wohneinheiten gesteigert werden und zu den 88 stationären Pflegeplätzen kommen fünf Kurzzeitpflegeplätze“, rundet er die Möglichkeiten ab. Dass die stationären Plätze alles Einzelzimmer sind, ist ein Qualitätsmerkmal des neuen DRK-Quartiers.

Mit dem Neubau, der Mitte 2019 fertiggestellt werden soll, ziehen die Bewohner aus dem alten Haus um, sodass mit der Sanierung und Erweiterung des Altbaus im Jahr 2020 gestartet werden kann.

 Im jetzigen alten Gebäude, dem Haus 1, wird neben einer Arztpraxis eine großzügigere Begegnungsstätte entstehen. „Wir werden eine Cafeteria haben, die jeder Bürger der Stadt, aber auch die Angehörigen der Bewohner oder die Bewohner selbst nutzen können“, freut sich Christian Raum. Die Begegnungsstätte wird im Rahmen des Städtebauprojektes „Soziale Stadt“ von der Kommune unterstützt. Die Versorgung mit Caféangeboten sowie einem Angebot zum Mittagstisch wird durch den Versorger des Seniorenwohnparks, der Wisag, gewährleistet.

Für die 60 Mitarbeiter werden sich die Arbeitsbedingungen verbessern: „Wir haben viel bessere Möglichkeiten der Pflege und die Einzelzimmer lassen individuelleres Arbeiten zu“, ist sich Heike Baumgarten, Pflegedienstleiterin im Seniorenwohnpark, sicher. Lichtdurchflutete und praktisch aufgeteilte Wohnbereiche sorgen nicht nur für Bewegungsfreiheit bei den Bewohnern, sondern auch die Pflegekräfte profitieren im Umgang mit den Bewohnern von dem modernen Raumangebot. „Selbst für unsere staatlich anerkannte Altenpflegeschule in Senftenberg ergeben sich bessere Möglichkeiten zur praxisnahen Ausbildung“, ist sich Christian Raum sicher.

Mit dem ersten Spatenstich Mitte August sind alle Gewerke gebunden, die, so Christian Raum, „alles lokale Anbieter sind“. Inwiefern Baulärm und Umzugsstress die Bewohner des Seniorenwohnparks beeinflussen, bleibt abzuwarten. Aber sicherlich werden die Mitarbeiter alles tun, damit der Spruch „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“ nicht allzu sehr an Bedeutung gewinnt.