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| 16:15 Uhr

Drillinge sind Sensation im Schipkauer Kuhstall

Drei Kälber auf einmal – über die seltene Drillingsgeburt bei seinem Simmentaler Fleckvieh freut sich Hobby-Rinderzüchter David Jasny mit seinen drei Kindern Victoria (7), Joke und Jonas (5).
Drei Kälber auf einmal – über die seltene Drillingsgeburt bei seinem Simmentaler Fleckvieh freut sich Hobby-Rinderzüchter David Jasny mit seinen drei Kindern Victoria (7), Joke und Jonas (5). FOTO: Steffen Rasche/str1
Schipkau. Sie heißen Chiara, Rocky und Rocco. Es sind Drillinge. Nicht aus dem Kreißsaal in Lauchhammer, sondern aus dem Kuhstall in Schipkau. Selten sind bei Kühen schon Zwillinge. Drillinge kommen kaum zur Welt. Von der Sensation überrascht wurde auch Hobby-Züchter David Jasny. Andrea Budich

Mutter Cornelia - eine neun Jahre alte Simmentaler Fleckvieh-Kuh - hatte einen unwahrscheinlich großen Bauch. Das hat Rinderzüchter David Jasny zwar wahrgenommen, aber keine Drillings-Geburt erwartet. Denn die ist sehr selten. So etwas hat er nicht einmal erlebt, als er 20 Jahre lang in einem Milchviehbetrieb in Nordrhein-Westfalen gearbeitet hatte. Trotz der Überraschung haben die zwei Bullenkälbchen und das Mutterkalb die Geburt am 21. November gut überstanden. Jedes Kalb wog damals zwischen 35 und 40 Kilogramm. Den Dreien geht es inzwischen ausgesprochen gut. Sie bringen - dank der Rund-um-die-Uhr-Pflege von David Jasny - bereits jeweils zwischen 60 und 70 Kilogramm auf die Waage.

Geburtshilfe leistete Tierarzt Lutz Starke aus Lauchhammer. Ein Kalb lag quer vor dem Geburtskanal. Den Hilferuf setzte David Jasny gegen 6.30 Uhr am Handy ab. Um 7 Uhr stand Hoftierarzt Starke im Schipkauer Stall. Gemeinsam haben sie dem seltenen Kälbchen-Trio auf die Welt geholfen.

So richtig turbulent wurde es aber erst nach der Geburt. Weil die wertvolle Anfangsmilch von Mutter Cornelia für die drei Kälbchen nicht reichte, musste sich David Jasny schnell kümmern. In seiner Not rief er die Landboden Bronkow GmbH an. Um die Kälber satt zu bekommen, fährt er nachts zur Milchviehanlage Saadow. Drei Liter gefrorene Anfangsmilch aus dem eigenen Bestand haben die Bronkower dort auf dem Zaun für den Schipkauer Rinderzüchter als Reserve hinterlassen. "Das war Rettung in letzter Minute", zeigt sich David Jasny sehr dankbar für die unbürokratische Hilfe.

Die zusätzliche Milch hilft dem erfahrenen Rinderzüchter, seine Drillinge aufzupäppeln. Anfangs hängt jedes der drei Kälbchen bis zu 40 Minuten an der Flasche. In dieser Zeit kommt der Schipkauer kaum aus dem Stall heraus. Sobald der Werkzeugmacher von seinem Job aus Finsterwalde nachmittags heimkommt, schaut er bei Chiara, Rocky und Rocco nach dem Rechten und verabreicht eine Portion extra im großen Nuckeleimer.

Die Nachricht von der Sensation aus dem Schipkauer Kuhstall ist schnell bis zum Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg gedrungen. "Sie haben sich für einen Besuch im Kuhstall schon angekündigt", sagt der stolze Züchter. Mit seinen Drillingen hat er im Verband für einiges Aufsehen gesorgt. Denn selten sind schon Zwillinge. Nur acht bis zehn Prozent sind Zwillingsgeburten. Die Statistik bringt der Schipkauer Hobby-Züchter ziemlich durcheinander. Denn in seinem Stall gab es in den vergangenen Jahren schon viermal das Glück im Doppelpack.

Und der 36-Jährige kann mit einer weiteren Besonderheit punkten: Mit seinen zwölf Rindviechern, darunter nur drei Kühe, im Stall an der Schipkauer Hauptstraße bewirtschaftet er den kleinsten Betrieb innerhalb des Rinderzuchtverbandes Berlin-Brandenburg.