ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:46 Uhr

Drei weitere Studien zur Seenkette nötig

Die Lausitzer Seenkette wird weiter auf ihre Tauglichkeit für den Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster untersucht.
Die Lausitzer Seenkette wird weiter auf ihre Tauglichkeit für den Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster untersucht. FOTO: Peter Radke/LMBV
Senftenberg/Potsdam. Das Potenzial der Tagebaurestseen soll für den Hochwasserschutz genutzt werden, so die Schwarze Elster rasant aus dem Bett tritt. Das fordert auch der Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke (Bündnis 90/Grüne) ein. Kathleen Weser

Zwei Jahre nach der ersten Hochwasserkonferenz am Heimatfluss hat er im Brandenburger Landtag den Stand der Planungen zum Thema gemacht. Jörg Vogelsänger (SPD), Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, gibt Antworten - die von der Region vor allem weiter Geduld erfordern.

In den Sanierungsplänen für die ausgekohlten Tagebaue sei nicht auf die mögliche Nutzung der Restseen als Speicher im Hochwasserfall hingewiesen worden. Erst eine von der Landesregierung im Jahr 2011 beauftragte "Potenzialstudie zur dauerhaften Nutzung von Tagebaurestseen in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster für eine bessere Hochwasserschutzvorsorge und -bewältigung" der Brandenburgischen-Technischen Universität (BTU) Cottbus - Senftenberg habe demnach bestätigt, dass mit den Seen der erweiterten Restlochkette im Senftenberger Revier auch Potenziale für einen Hochwasserrückhalt gegeben seien. Aussagen zu Kosten, die im Hochwasserschutz damit eingespart werden könnten, lägen mit dem Papier noch nicht vor.

Deshalb sei im Jahr 2013 durch das Landesamt für Umwelt (LfU) eine Machbarkeitsstudie für das Gebiet der Schwarzen Elster für den Hochwasserrückhalt beauftragt worden. Im Ergebnis dessen sei das Vorhaben, die Restseen zu nutzen, vom Land Brandenburg für das Nationale Hochwasserschutzprogramm des Bundes angemeldet worden. Als Projekt mit überregionaler Bedeutung wurde es auch bestätigt, versichert Vogelsänger. Und in dem Rahmen werden derzeit auch in "drei vertiefenden Untersuchungen, die Auswirkungen auf die hydrologischen Verhältnisse, die Niedrigwasserbewirtschaftung und die Gewässergüte geprüft", so die Antwort auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten. Die erste Studie zur Geohydraulik ist demnach im August des vergangenen Jahres beauftragt worden. Die weiteren Studien sind in diesem Jahr geplant. Folglich könne ab nächstem Jahr damit begonnen werden, Vorplanungen für den Hochwasserschutz mit der Restlochkette zu erarbeiten. Der weitere Handlungsbedarf an den Elsterdeichen zwischen Senftenberg und Elsterwerda sei dann davon abhängig.

Fest steht indes schon: Zwischen Schwarzheide und Elsterwerda besteht an den Deichen des Flusses erheblicher Sanierungsbedarf. Der geplante Ausbau der Bundesstraße 169 zwischen Ruhland und Plessa biete die Chance, einen Straßendamm zu errichten, der auch dem Hochwasserschutz diene. Dadurch könnten große Überschwemmungsflächen gewonnen und die Kosten für die Deichsanierung gesenkt werden.

Die inzwischen errichteten schiffbaren Wasserwege zwischen den Lausitzer Seen sind - auch für den Hochwasserfall - bereits ausreichend dimensioniert, betont der Minister. "Allerdings sind die derzeit bestehenden Zu- und Ableiter aus der und in die Schwarze Elster nicht groß genug. Die erforderlichen Abmaße könnten aber erst im Zuge der Vorplanungen endgültig festgelegt werden.