Als die Corona-Pandemie die Lausitz erreicht, ist sie bald auch in OSL angekommen. Von Hoyerswerda aus breitet sich das Virus Richtung Senftenberg aus. Eine 37-Jährige hatte Kontakt zur Familie der Erstinfizierten. Sie und ihre Kontaktpersonen werden unter Quarantäne gestellt.
Weitere Infektionen bleiben zunächst aus. Bis zum 20. März sind es insgesamt sechs. Rundherum hat das Infektionsgeschehen da schon deutlich mehr Dynamik aufgenommen.
Dr. Susanne Rosenthal, Leiterin des Gesundheitsamtes, mahnt: „Meiden Sie soziale Kontakte, zeigen Sie Verantwortungsbewusstsein gegenüber sich selbst, aber auch und insbesondere gegenüber den Risikopersonen in unserem Landkreis. Die Lage ist ernst. Das belegen die Bilder, die uns aus Italien erreichen.“

Coronavirus in OSL: Erster Todesfall Anfang April

Die Mahnung scheint Früchte zu tragen. Auch in den kommenden Wochen bleiben größere Ausbrüche aus. Das Infektionsgeschehen bleibt auf niedrigem Niveau.
Am 1. April meldet die Verwaltung einen ersten Todesfall. In der Nacht zum 14. April stirbt im Klinikum Niederlausitz ein weiterer Patient, der wegen einer Corona-Infektion behandelt wurde.
Insgesamt werden bis Anfang Juni 50 Infektionen gemeldet, 45 davon gelten als geheilt.

Cottbus

Reiserückkehrer bringen Coronavirus zurück nach OSL

Bis Mitte August kommen lediglich elf neue Fälle hinzu. Dann treten wie auch im Rest der Lausitz Reiserückkehrer in Erscheinung, die das Coronavirus mitbringen. Hinzu kommt ein lokaler Ausbruch in einem Unternehmen. „Das Gesundheitsamt untersucht im Rahmen der regulären Kontaktnachverfolgungen, woher die Infektion der Angestellten stammen könnte (denkbar wäre aus aktueller Sicht die Weitergabe des Virus über einen infizierten Angehörigen). Eine mögliche Infektionsübertragung auf Beschäftigte anderer Geschäftsbereiche des Unternehmens gilt nach derzeitigem Kenntnisstand als unwahrscheinlich“, teilt die Kreisverwaltung mit.
Für Aufregung sorgt dann die erste Schulschließung aufgrund eines Coronafalles. Betroffen ist die Schule im Jenaplanhaus in Lübbenau. Aber auch hier bleibt es nach zahlreichen Tests bei der einen Lehrerin, die positiv getestet wurde.
Insgesamt summiert sich das Pandemie-Geschehen nach einem halben Jahr in OSL auf 70 Fälle, von denen 67 bereits als geheilt gelten, und zwei Todesfälle.