Drei kleine Falken, zwei Weibchen und ein Männchen, gehören nun für die nächste Zeit zur Familie des Weskower Vogel-Experten. Der erste Jungvogel schlüpfte am Ende April, die anderen beiden Anfang Mai. Dieser Abstand ist bei Falken wie auch bei anderen Vögeln normal, sagt der erfahrene Falkner. Daher auch die Größenunterschiede der Vogel-Babys, erklärt Hans-Jürgen Wiencken.
Beringt hat sie der Falkner bereits. Vogel-Vater Hugo und Mutter Hilda sind beide neun Jahre alt. Neben diesem Pärchen hat Wiencken noch ein Falkenweibchen mit dem schönen Namen Linda, welches 17 Jahre alt ist. Aber auch Emelie, ein sechsjähriges Habicht-Weibchen, fühlt sich beim Weskower Falkner wohl.
Die Vogelmütter legen im Frühjahr drei bis sechs Eier und nach 30 bis 34 Tagen schlüpfen die Jungvögel. Zweimal am Tag füttert Hans-Jürgen Wiencken das Elternpaar Hugo und Hilda mit Eintagsküken. Beide Tiere kümmern sich dann um ihre drei Sprösslinge, indem sie das Futter schnabelgerecht an die Jungtiere geben. Zweimal acht Hühnerküken täglich sollten es schon sein, um die drei Kleinen satt zu bekommen. Einen der Jung-Vögel will Hans-Jürgen Wiencken behalten, zwei sind dem Falkner auf der Burg Regenstein schon versprochen.
Wiencken hat seit Kurzem aber noch einen Gast. Alte Bekannte fanden bei einem Spaziergang einen Turmfalken in Steinitz. Der Vogel konnte nicht mehr fliegen, und das Federkleid war total verklebt und verfettet. Trotz Waschens und Säuberns sind die Federn noch immer nicht sauber.
Wiencken vermutet, dass der Falke ein Jungvogel vom vorigen Jahr ist. Und weil er sehr zahm ist, liegt die Vermutung nahe, dass er bereits in Kontakt mit Menschen stand. Mit der Pinzette gefüttert, geht es dem Tier heute viel besser und es unternimmt kleine Flugversuche im Käfig. Die Federn können den Vogel aber noch nicht tragen. Hans-Jürgen Wiencken wird den Turmfalken gesund pflegen und hofft, dass er nach der Mauser (April bis September) dann im neuen Federkleid wieder ausgesetzt werden kann.