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IHK kritisiert das Ratsrunden-Votum
Doppelte Straßennamen bleiben bestehen

Die Schulstraße gibt es gleich in vierfacher Ausführung in Senftenberg. Hier im Zentrum sitzt auch die Industrie- und Handelskammer, die den Mehrfachbenennungen von Straßen gern ein Ende setzen würde.
Die Schulstraße gibt es gleich in vierfacher Ausführung in Senftenberg. Hier im Zentrum sitzt auch die Industrie- und Handelskammer, die den Mehrfachbenennungen von Straßen gern ein Ende setzen würde. FOTO: Jan Augustin / LR
Senftenberg. In Senftenberg wird es auch künftig 39 Straßen geben, die mindestens zweimal vorkommen. Die IHK kritisiert das Ratsrunden-Votum.

Die Schulstraße wird es auch in Zukunft gleich in vierfacher Ausführung in Senftenberg geben: eine im Zentrum, eine in Brieske, eine in Großkoschen und eine in Sedlitz. Von Namensdoppellungen und Mehrfachbenennungen sind insgesamt 39 Straßen, Wege und Plätze in Senftenberg betroffen. Seit Jahren will die Verwaltung diesen Zustand ändern, muss sich dann aber immer wieder dem politischen Willen beugen. Auch der jüngste Versuch ist gescheitert. Die von Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) eingereichte Beschlussvorlage findet keine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Zwar gibt es elf Befürworter. Allerdings stimmen genauso viele Abgeordnete dagegen. Sechs Mitglieder enthalten sich. Die Vorlage ist deshalb abgelehnt und verschwindet wieder in der Schublade.

Die Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK), die sich seit Jahren für ein Ende der Doppelnamen stark macht, bedauert diese Entscheidung. Dan Hoffmann, IHK-Geschäftsstellenleiter in Senftenberg, kritisiert: „Die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung erkennt die Schwierigkeiten mit den mehrfachen Straßennamen nicht als Problem von Bürgern und Wirtschaft an.“ Eine Adresse bestehe aus Straßenname und -nummer, Postleitzahl und Ort. „Und der Ort in der Adresse ist seit den Eingemeindungen ausschließlich Senftenberg“, betont er. „Die politischen Entscheidungsträger haben sich erneut verwehrt, eine unbequeme, aber wichtige Aufgabe konstruktiv zu lösen“, sagt er. Senftenberg genüge in diesem Punkt nicht den Anforderungen einer modernen und der Digitalisierung zugewandten Stadt.

Die IHK würde es begrüßen, wenn in den Fachgremien nochmals der Sachverstand von Postdienstleistern, der zentralen Rettungsleitstelle in Cottbus, des Rettungsdienstes und Katastrophenschutzes des Landkreises sowie von Verbänden und Vereinigungen unvoreingenommen eingeholt und Betroffene in einem Forum eingeladen werden, schlägt Dan Hoffmann vor. Die Verantwortung für die mehrfachen Straßennamen liege mit allen Konsequenzen weiterhin bei der Stadt, nicht bei den Betroffenen.

(jag)