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| 17:44 Uhr

Sorben/wenden
Domowina organisiert Zukunftswerkstatt in Senftenberg

Senftenberg/Potsdam. Bildung, Strukturwandel, Zweisprachigkeit sowie Minderheitenänderungsgesetz waren dieser Tage Themen eines Gespräches der Domowina mit dem Brandenburger Ministerpräsidenten in Potsdam.

Zum Strukturwandel in der Lausitz organisiert die Domowina gemeinsam mit der Zukunftswerkstatt Lausitz für Mitte September an der BTU in Senftenberg eine Strukturkonferenz unter dem Namen „Quo vadis, Łužica?“

Vertretern der Sorben/Wenden mit Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke in der Potsdamer Staatskanzlei. Dort ging es sowohl um das Bildungssystem als auch um den Strukturwandel. Domowina-Vorsitzender Dawid Statnik resümierte in Sachen Bildung: „Nur eine gesamtheitliche Strategie, vom Kindergarten bis zum Studium, zum Erhalt und zur Revitalisierung der sorbischen/wendischen Sprache kann helfen. Hier sehen wir noch einiges Verbesserungspotenzial.“ Das betreffe das Gewinnen zusätzlichen Erzieher- und Lehrernachwuchses ebenso wie verbindliche Rahmenbedingungen und Qualitätskriterien für vorschulische und schulische Bildung.

Das Niedersorbische Gymnasium in Cottbus sei das einzige in Brandenburg, an dem Sorbische/Wendisch vermittelt werde. Zudem gebe es einen ständigen Spagat zwischen Qualität der Sprachbildung und Quantität der Schülerzahl. „Hier erwarten wir ein deutliches Signal Brandenburgs, ob es zum Schulstandort und zur qualitativen Sprachvermittlung steht“, so Statnik weiter.

Bezüglich der Stiftung für das sorbische Volk kündigten die Vertreter der Sorben/Wenden in Potsdam an, für das nächste Finanzierungsabkommen ab 2021 eine umfängliche Überlegung vorzulegen. Diese betreffe nicht nur die Digitalisierung und neue Medien, sondern auch ein Sprachmarketing, um bestehende Sprachräume zu stabilisieren und zu erweitern.

Zum Strukturwandel der Lausitz war sich die Diskussionsrunde einig, dass Bund und EU Rahmenbedingungen schaffen müssen. Es gehe darum, die Lausitz lebenswert zu gestalten und mögliche wirtschaftliche und soziale Verwerfungen zu vermeiden.

Statnik dankte der Landesregierung für deren Positionierung zu zweisprachigen Autobahnschildern im Siedlungsgebiet. Dem Vorangegangen sei ein Vorstoß der Sorben/Wenden auf Bundesebene, denn: „In der Lausitz existieren, Sorbisch/Wendisch und Deutsch, gleichberechtigt nebeneinander“, so Statnik.

Auch angesprochen worden sei das Minderheitenänderungsgesetz. Hiernach dürfen Angehörige des sorbischen/wendischen Volkes in Deutschland ihren Namen in sorbischer/wendischer Schrift und/oder Sprache amtlich führen. Nicht gestattet sei jedoch, die geschlechtsspezifische Namensendung bei weiblichen Familiennamen, wie sie bei slawischen Sprachen üblich ist, zu verwenden. Hierdurch werde das Recht des eigenen Namens für Angehörige des sorbischen/wendische Volkes unterhöhlt.

(red/br)