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| 02:32 Uhr

Dörfliche Idylle versteckt im Kiefernwald

Ulrich Dittmann (M), stellvertretender Ortsvorsteher, freut sich, dass so viele Einwohner ihre Häuser saniert haben. Dieter Tamm (l.) und Ingrid Meinhardt (r.) bewohnen das älteste Haus im Ort. Im Jahr 1837 erbaut, haben es die beiden Woschkower liebevoll hergerichtet.
Ulrich Dittmann (M), stellvertretender Ortsvorsteher, freut sich, dass so viele Einwohner ihre Häuser saniert haben. Dieter Tamm (l.) und Ingrid Meinhardt (r.) bewohnen das älteste Haus im Ort. Im Jahr 1837 erbaut, haben es die beiden Woschkower liebevoll hergerichtet. FOTO: Aswendt/asw1
Woschkow. Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz umfasst 1200 Quadratkilometer Fläche. Er ist Heimat für 114 000 Einwohner, die in neun Städten, 32 Gemeinden und Ortsteilen leben. Doch wer sind die Nachbarn? Die RUNDSCHAU geht auf Kreis-Reise. Die Station heute: Woschkow (Stadt Großräschen). Peter Aswendt / asw1

"Hier machen sich es alle schön. Es ist einfach viel Lebensqualität im Dorf", schwärmt Ulrich Dittmann (61), stellvertretender Ortsvorsteher von Woschkow. Doch ehe man zu dem 116 Einwohner zählenden Dorf, das zur Stadt Großräschen gehört, kommt, fährt man durch märkischen Kiefernwald. Fast fährt man vorbei an dem Ort, so klein ist er. Doch schnell bleibt der Blick an dem klassischen Dorfanger hängen, wo sich ein Stopp auf jeden Fall lohnt.

Liebevoll sanierte Vierseitenhöfe "begrüßen" den Besucher. Der Dorfteich, in dem sich einige Fische tummeln, lädt mit einer überdachten Raststation zum Innehalten ein.

Kinder gehören zum Dorf

Dabei ist das Dorf weit davon entfernt, ein Ort der Ruheständler zu sein. Mehr als zehn Prozent der Einwohner sind Kinder: "Viele Woschkower sind geblieben. Auch der Zuzug von Neudörflern hat uns diese positive Bilanz beschert", freut sich Ulrich Dittmann. Er ist Revierförster im Raum Großräschen.

Das gute Verhältnis von Jung und Alt schlägt sich auch in der dörflichen Wirtschaftsstruktur nieder. Neben einem selbstständigen Fischhändler, zwei Haupterwerbslandwirten sowie einer Baufirma, zwei Malerfirmen und einer Tischlerei gibt es auch den Reiterhof von Vivien Lawecki. Dieser ist einen Besuch wert. Dort können Anfänger, aber auch passionierte Pferdefreunde von Montag bis Sonntag in ländlicher Idylle und unter Anleitung durch die Wälder reiten.

Überraschend stellt man als Besucher fest, dass man in Woschkow auch übernachten kann. Dies bietet Helga Gunschera mit ihrer Pension.

Wild auf dem Teller

Für das leibliche Wohl ist in der Gaststätte "Zum Glockenturm" gesorgt. Die Spezialität des Hauses ist Wild, das aus der eigenen Jagd stammt. Täglich ab 17 Uhr und sonntags ab 10 Uhr werden dort Wildspezialitäten angeboten.

Das historische Gebäude mit einem Glockenturm, mit Uhr und Glockenwerk stammt aus dem Jahr 1910 und war einmal eine Schule. Noch heute wird zu bestimmten Anlässen geläutet.

Feuerwehr und Dorfverein prägen das gesellschaftliche Leben des Ortes. Heimstatt der Vereine ist ein im Jahr 2005 neu errichteter Mehrzweckbau, der sich harmonisch in das Dorfbild einpasst. Mitnutzer ist die Frauensportgruppe, die sich regelmäßig trifft.

Obwohl es keinen Sportverein in Woschkow gibt, ist der Fußballplatz mit einem liebevoll gepflegten Rasen ausgestattet: "Aus Spaß am Spiel kommen viele junge Leute von Großräschen zum Fußballspielen zu uns", weiß Ulrich Dittmann.

Der passionierte Jäger präsentiert dann noch etwas: Mitten im Wald liegt ein See, der "Wolfgangsee". Den Namen hat dieser nicht von seinem berühmten österreichischen Namensvetter, sondern von einem Bergbaumitarbeiter, der an diesem künstlich angelegten See maßgeblich mit beteiligt war. Heute ist der See ein kleines Anglerparadies für viele Großräschener Angelsportfreunde.

Neben dem Wolfgangsee sind den Naturfreunden die Woschkower Dünen ein Begriff. Das knapp 70 Hektar große Naturschutzgebiet zieht sich wie ein Schlauch von Großräschen bis zum Altdöberner See. Es ist mit seinem feinen weißen Sand ein Relikt der Eiszeit.

Zwischen zwei Tagebauseen

Touristisch blickt Woschkow positiv in die Zukunft: "Wir liegen praktisch zwischen zwei Seen", so Ulrich Dittmann. Er meint damit den Altdöberner und den Großräschener See. Der Altdöberner See liegt nur etwa 500 Meter Luftlinie entfernt. Ein Fahrradweg dorthin werde derzeit geplant. Radwanderer sind aber schon jetzt ein gewohntes Bild in Woschkow. Der Niederlausitzer Kreisel kreuzt das Dorf. Viele Besucher nehmen das Angebot der Raststation am idyllischen Dorfteich gerne an.

Wer Woschkow Ende Juni besucht, das nächste Mal im neuen Jahr, der kann das traditionelle Dorffest erleben. Besonders beliebt ist dabei der Auftritt der Antonius-Musikanten aus Großrä-schen. Ende August feiern die Woschkower schließlich ihr Teichfest. "Dann bleiben wir mehr unter uns", stellt der stellvertretende Ortsvorsteher fest. "Wir müssen uns auch mal selber für unsere Aktivitäten im Dorf belohnen", sagt er.

Trotzdem freuen sich die Woschkower über alle ihre Besucher, die das idyllische Dorf mitten im Kiefernwald genießen möchten.

Zum Thema:
Kommunale Zugehörigkeit: Stadt GroßräschenErsterwähnung: 1406. In seiner mehr als 600-jährigen Geschichte wurde Woschkow mal als Woschko, Wuschko, Woschke und auch Woskow bezeichnet.Einwohnerzahl: 116Gastronomie: Gaststätte "Zum Glockenturm" (Wildspezialitäten)Radweg: Lausitzer KreiselPension: GunscheraReiterhof: Pferdewirtin Vivien Lawecki