Von der Hochgeschwindigkeits-Datenautobahn abgehängte Dörfer gibt es immer weniger. Im Raum Lauchhammer hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt. Der Ortsteil Grünewalde ist so gut wie fertig mit leistungsfähigem Lichtwellenleiter verkabelt. "Wir dürften jetzt eines der schnellsten Dörfer in Deutschland sein", frohlockt Ortsvorsteher Reinhard Lanzke.

Etwa 190 der etwas mehr als 300 Haushalte sind bereits in dem neuen Netz des heimischen Anbieters LKG Lausitzer Kabelbetriebsgesellschaft mbH unterwegs. Weitere würden folgen wollen, wenn sie aus ihrem Altvertrag herausgekommen sind. "Wer 50 Megabit pro Sekunde bucht, der bekommt diese auch", versichert Bernd Nitzschner, Geschäftsführer der LKS Lausitzer Kabel Service GmbH als Planerin, Errichterin und Servicefirma für Glasfasernetze. In dem alten Kupfernetz würden andere Anbieter Geschwindigkeiten von lediglich zwei bis sechs Megabit absichern können.

In Grünewalde müssen noch die Wehrstraße und Teile der Lindenallee verkabelt werden. "Wir sind sehr zufrieden mit der Koordination der Tiefbauarbeiten und der Qualität der Oberfläche nach dem Verschließen", lobt Ortsvorsteher Reinhard Lanzke das Miteinander aller Projektpartner. Das Kabel liege bis zum Campingplatz Grünewalder Lauch.

Von dem reibungslosen Ablauf und zufriedenen Grünewaldern haben auch die Nachbarn in Kleinleipisch gehört. Dort bauen sich Internetseiten bei fünf Megabit pro Sekunde fast im Zeitlupentempo auf. "Bewegte Bilder stocken", rät Ortsvorsteher Reiner Winkler, die nutzungsschwachen Zeiten für derartige Experimente zu nutzen.

In Kleinleipisch habe sich der noch junge Ortsbeirat darüber Gedanken gemacht, ob die andauernden Tiefbauarbeiten in dem Lauchhammeraner Ortsteil nicht gleich zum Verlegen von Glasfaserleitungen genutzt werden sollten. Daraufhin wurde die Antennengemeinschaft aktiviert, die das Kabelnetz vom Ende der 1980er-Jahre nach der Wende zur Erneuerung an die heimische Firma LKG übergeben hatte. Erster Schritt sei unlängst die Unterschriftenaktion gewesen. Demnach hätten etwa 90 Prozent der rund 300 Haushalte für das Glasfaserkabel gestimmt. "Die Unterschriften wurden an die Stadtverwaltung übergeben. Das ist die Legitimation, dass an diesem Vorhaben gearbeitet werden kann", so Reiner Winkler.

Im nächsten Schritt, so An- dreas Siegl, Projektkoordinator in der Stadtverwaltung, sei das Gesamtprojekt zu erstellen und das Verlegen des Kabels mit den ohnehin laufenden Tiefbauarbeiten von Wasserverband und LMBV abzustimmen, damit noch nicht angefasste Straßen und Wege nicht mehrfach aufgerissen werden müssen.

LKS-Geschäftsführer Bernd Nitzschner rechnet mit einem Baubeginn schon im zweiten Quartal. "Wenn wir straff durchziehen, dann ist Kleinleipisch nach einem Jahr neu verkabelt", vertraut er auf die eingespielten Bauleute. Das Problem seien viele Straßen und Wege. Die Oberfläche muss nach dem Verlegen ordentlich hergestellt werden. Dies bedeute angesichts des aktuell oft miserablen Zustandes, dass es nur besser werden kann. Hier müsse die Stadt mit ins Boot.

Ein Ziel sei es wie auch in Grünewalde, die hässlichen Stromoberleitungen gleich mit unter die Erde zu bringen.

Insgesamt brauche Kleinleipisch etwa zehn Kilometer Glasfaserkabel. Dieses liege bereits an der AWG-Siedlung am Ortseingang im Boden. Die Kopfstelle für das neue Netz solle an der alten Schule errichtet werden.

Wie üblich erhalten auch die Kleinleipischer das 14-Millimeter-Leerrohr kostenfrei bis ins Haus. In Grünewalde hätten dies 99 Prozent der Haushalte sofort gewollt. Wer sich später entscheide, müsse für die Strecke von der Straße zum Haus zahlen. Kosten fallen ansonsten erst an, wenn der Vertrag für Internet und/oder Telefon und TV gemacht wird, heißt es.

Das Stadtgebiet von Lauchhammer sei noch sehr unterschiedlich versorgt. Angeboten würden über die koaxiale Infrastruktur 128 MBit/s. Glasfaser liege hier und da bereits an. Aus dem Ortsteil Kostebrau läge keine Anfrage vor.