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Senftenberger Freizeit-Bonus
Studentenbonus-Hit ist der Senftenberger Döner

Antalya Döner-Chef Zeynel Cumert (r.) und sein Mitarbeiter Tahiar Ahmab punkten bei den Studenten in Senftenberg ohne Zwiebeln, mit viel Soße und manchmal auch vegetarisch. Der Imbiss ist der Spitzenreiter im Bonussystem.
Antalya Döner-Chef Zeynel Cumert (r.) und sein Mitarbeiter Tahiar Ahmab punkten bei den Studenten in Senftenberg ohne Zwiebeln, mit viel Soße und manchmal auch vegetarisch. Der Imbiss ist der Spitzenreiter im Bonussystem. FOTO: Josephine Japke / LR
Senftenberg. Händler und Dienstleister heißen die Studenten der Lausitzer Universität willkommen. Die Initiative der Stadt geht vor allem durch den Magen. Und auch Puzzle sind die erste Wahl. Von Josephine Japke

Der Hit beim Studentenbonus in Senftenberg ist der Antalya-Döner. Das bestätigt der Kassensturz im Rathaus. Denn hier werden die eingelösten Gutscheine abgerechnet. Etwa 6000 Euro werden jährlich umgesetzt. Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Händler und Gastronomiebetriebe geben Gutscheine für das Bonusheft, das Studenten mit erstem Wohnsitz in Senftenberg zur Begrüßung erhalten.

Antalya-Chef Zeynel Cumert trifft mit dem Dönerteller mit Pommes, dem Klassiker mit Feta und auch der vegetarischen Variante mit Falafel den Geschmack der Studierenden voll. Der türkische Imbiss in der Kreuzstraße ist der haushohe Favorit der jungen Leute. „Die Studenten hier lieben viele verschiedene Soßen. Am besten ist, der Döner ertrinkt darin. Viele verzichten auch auf Zwiebeln, weil sie häufig zur nächsten Vorlesung müssen“, schildert der Imbiss-Betreiber lachend. Vor allem zur Mittagszeit und nach der Uni am Nachmittag gehen die Döner nur so weg.  „Studenten kommen vor der Uni, nach der Uni und am Wochenende, bevor sie feiern gehen, zu uns. Der Hunger treibt sie her“, bestätigt Zeynel Cumert. Für Spätaufsteher sei das gern auch die erste Mahlzeit des Tages, für weniger talentierte Köche indes die letzte. Seit neun Jahren betreibt er den Laden, seit etwa vier Jahren nimmt er an der Aktion teil. Cumert begrüßt beinahe jeden Kunden mit Namen, fragt nach Haus, Hund und Hof und bereitet nebenbei das gefüllte Fladenbrot zu. Er ist auch Besitzer eines „Senftenberger Freundlichkeit“-Zertifikates. „Kunden, von Studenten über Geschäftsleute bis zu Rentnern, kommen auch mehrmals die Woche her – und irgendwann kennt man auch ihre Gesichter und Wünsche“, erklärt Cumert und begrüßt schon den nächsten Gast mit dem Satz: „Das Gleiche wie immer?“

In der "Glück Auf"-Buchhandlung von Britta Schmidt in Senftenberg stehen Puzzle und Fachliteratur bei Studenten besonders hoch im Kurs.
In der "Glück Auf"-Buchhandlung von Britta Schmidt in Senftenberg stehen Puzzle und Fachliteratur bei Studenten besonders hoch im Kurs. FOTO: Josephine Japke / LR

Erstaunliches hat Britta Schmidt von der Buchhandlung „HGlück Auf“ zu berichten: Vor dem Lehrbuch greifen die Lausitzer Studenten hier mit ihren 100 Euro Begrüßungs-Gutscheinen weniger zu Fachliteratur und Belletristik, sondern zum Puzzle. „Es wundert mich auch ein etwas, dass Puzzle bei uns so beliebt sind. Ich weiß nur nicht, ob Studenten das als Ausgleich zur Uni brauchen oder ob sie die Spiele an die Familie im Ausland verschicken“, erklärt Inhaberin Britta Schmidt lachend. Die Vorstellung von neuen Studierenden im Wohnheim über einem Puzzle mit den Kommilitonen sei schön und sorgt für Spaß im Laden.

„Häufig warten Studenten den ersten Monat an der neuen Uni ab und sammeln die Bestelllisten der Dozenten, um zu sortieren, was dringend gekauft werden muss und was warten kann. Bücher können ja auch unfassbar teuer sein“, bestätigt Britta Schmidt. Für so manche Fachliteratur, gern auch mal vom eigenen Dozenten geschrieben und uneigennützig zur Pflichtlektüre erklärt, kommen schnell Beträge zwischen 50 und 100 Euro zusammen.

Seit fünf Jahren nimmt Britta Schmidt mit ihrer Buchhandlung am Studenten-Freizeit-Bonus der Stadt Senftenberg teil, bei dem alle Studierenden, die ihren Hauptwohnsitz in Senftenberg anmelden, einen Gutschein im Wert von 100 Euro erhalten. Gegliedert in kleine Beträge können sie die Gutscheine in den teilnehmenden Geschäften einlösen. Bei Britta Schmidt sogar im Internet. „In unserem Online-Shop bieten wir neben Büchern auch CDs und DVDs an, die dort bestellt und bei uns im Laden abgeholt werden können. Das Angebot wird sehr gut genutzt, auch wenn es natürlich schöner wäre, wenn noch mehr Studenten bei uns vorbeischauen würden“, sagt sie.

Das Bonusheft der Stadt hält sie für eine gute Sache. „Es geht ja auch darum, dass das Geld, das Neu-Senftenberger mitbringen, in der Stadt bleibt und bei örtlichen Anbietern genutzt wird. Hier in der Buchhandlung klappt das prima“, erklärt sie.