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Dissenerin kämpft gegen Malaria

Christin Reimer an ihrem Arbeitsplatz in Jena: Die BTU-Absolventin promoviert jetzt an der Friedrich-Schiller-Universität.
Christin Reimer an ihrem Arbeitsplatz in Jena: Die BTU-Absolventin promoviert jetzt an der Friedrich-Schiller-Universität. FOTO: privat/Reimer
Senftenberg. Christin Reimer hat sich dem Kampf gegen Malaria verschrieben. Die BTU-Absolventin studierte Biotechnologie in Senftenberg. Ihre Forschung wird weltweit beachtet. Jan Augustin

Von Dissen-Striesow über Senftenberg nach England und in die USA. Christin Reimer hat mit ihren 27 Jahren schon viel von der Welt gesehen. Bis vergangenes Jahr studierte die Lausitzerin Biotechnologie an der Brandenburgischen Technischen Universität in Senftenberg. Ihr Spezialgebiet: Malaria. Für ihre Masterarbeit, es war die beste der Fakultät Umwelt und Naturwissenschaften, ist die Wissenschaftlerin erst vor Kurzem von der Hochschule ausgezeichnet worden. Nun lebt und arbeitet sie in Jena. Sie hat ein Promotionsstudium an der Friedrich-Schiller-Universität aufgenommen und forscht am Hans-Knöll-Institut.

Das Thema Malaria beackert Christin Reimer schon länger. Ihre Bachelorarbeit, die sie an der Oxford-University in England geschrieben hat, setzt sich mit der Entwicklung von Impfstoffen zur Bekämpfung dieser Tropenkrankheit auseinander.

Millionen Menschen werden jährlich mit Malaria infiziert. Mehrere Hunderttausend sterben an den Folgen. Ein einziger Stich der weiblichen Anopheles-Mücke, auch Fiebermücke genannt, kann die Krankheit auslösen. Das winzige Insekt überträgt Malaria, ist aber nicht selbst der Erreger, sondern das sogenannte Plasmodium - ein einzelliger Parasit.

Er ist auch Gegenstand der Masterarbeit, die Christin Reimer nun an der University of California San Diego im Bereich der Pharmakologie und Wirkstoffforschung in Kalifornien anfertigte. Im Mittelpunkt steht die Charakterisierung von Resistenzmechanismen des Erregers Plasmodium falciparum gegenüber einer ganz neuartigen und klinisch relevanten Wirkstoffklasse von Malaria-Medikamenten. "Durch gezielte Selektion war es mir möglich, resistente Parasiten-Stämme zu züchten und relevante Gene der Resistenzentwicklung zu analysieren.

Die Arbeit dient somit als Grundlage für weitere Untersuchungen, um beispielsweise den Wirkmechanismus der neuen Medikamente aufzudecken oder auftretende Resistenzen frühzeitig zu erkennen", erklärt die junge Wissenschaftlerin. Ihre Forschung wird weltweit beachtet. Teile der Masterarbeit wurden schon in internationalen Fachjournals publiziert.

Auch wenn Christin Reimer viel im Ausland unterwegs war, an ihre Zeit in der Lausitz denkt sie gern. Nach Senftenberg sei sie eher zufällig gekommen. "Ich bin aber im Nachhinein sehr froh darüber, diese Entscheidung getroffen zu haben", sagt sie. Das Studium habe ihr immer Freude bereitet und viele Möglichkeiten eröffnet, lobt sie ihre ehemalige Uni.

Dass es sie nach der Doktorarbeit vielleicht wieder nach Hause zieht, will sie nicht ausschließen. "Da ich sehr heimatverbunden bin, kann ich mir sehr gut vorstellen, nach meiner Promotion wieder zurück in die Lausitz zu kommen, falls sich dafür eine berufliche Möglichkeit ergibt", sagt sie.

Zum Thema:
Mit dem Bachelorstudiengang Biotechnologie bietet die BTU Cottbus-Senftenberg sowohl einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss zum B.Sc. an, als auch die Weiterqualifizierung zum M.Sc. Im Bachelorstudium werden sowohl naturwissenschaftliche Grundlagen erlernt als auch vertiefte Kenntnisse in Zell-, Mikro- und Molekularbiologie sowie Nanobiotechnologie erworben. Neben einer soliden theoretischen Ausbildung nach dem neuesten Stand der Wissenschaft bietet der Studiengang einen hohen Anteil an praktischer Ausbildung in modernsten Labormethoden unter intensiver Betreuung. Studiengangsleiterin ist Dr. Barbara Hansen.