ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:31 Uhr

Ermittlungserfolg der Polizei
Diesel-Dieb in Senftenberg gefasst

Neben einem Depot in einer Garage haben Streifenpolizisten 24 gefüllte Kraftstoffkanister in Senftenberg gefunden.
Neben einem Depot in einer Garage haben Streifenpolizisten 24 gefüllte Kraftstoffkanister in Senftenberg gefunden. FOTO: Stefan Sauer / picture alliance / ZB
Senftenberg. Die Polizei hat mehr als 1000 Liter Kraftstoff in der Garage eines 29-Jährigen gesichert. Von Jan Augustin

Nach einer Serie von Diesel-Diebstählen auf Baustellen am Sedlitzer See kann die Polizei jetzt einen Fahndungs-Erfolg vermelden. Im Visier der Ermittler ist ein 29-Jähriger. Der Verdacht gegen den polizeibekannten Mann aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat sich nach einer Razzia am Mittwoch in Senftenberg erhärtet. Das hat Polizeisprecher Torsten Wendt am Freitag mitgeteilt. Einsatzkräfte durchsuchten auf richterliche Anordnung Wohnräume und Garagen. Neben zahlreichen Tatmitteln und Spurenträgern sei in einer Garage ein Depot mit mehr als 1000 Litern Dieselkraftstoff fest- und sichergestellt worden. „Gegen einen weiteren Tatverdächtigen wird inzwischen ermittelt“, erläutert Torsten Wendt.

Darüber hinaus wurden Polizeibeamte am Donnerstagmorgen während ihrer Streifenfahrt um 4 Uhr in Senftenberg fündig, informiert Torsten Wendt weiter. Neben einem Firmengrundstück an der Güterbahnhofstraße entdeckten die Polizisten 24 Kanister mit Dieselkraftstoff, die offensichtlich aus einem Diebstahl stammten. „Die Täter hatten die Grundstücksumzäunung überwunden und den Kraftstoff aus vier Baumaschinen abgepumpt, waren jedoch offensichtlich beim Abtransport gestört worden“, erklärt Wendt. Auch hier hat die Kriminalpolizei nun die Ermittlungen aufgenommen.

In den vergangenen Wochen hatten sich die Diebstähle an den Baustellen um den Sedlitzer See massiv gehäuft. Die Täter hinterließen meist einen Schaden von mehreren Tausend Euro, auf denen die Baufirmen selbst sitzen bleiben. Nach einem erneuten Diebstahl Anfang dieser Woche musste eine Spezialfirma eine mehrere Meter große Dieselpfütze beseitigen. Die Polizei setzte Spürhunde ein, die die Täter aber nicht aufspüren konnten.

Der jetzige Ermittlungserfolg ist überraschend. Die Polizei hatte zuletzt eingeräumt, nicht zu wissen, wer die Täter sein könnten. Auch, ob es sich um einheimische Gruppen oder Täter aus Osteuropa oder Polen handelt, konnte nicht beantwortet werden. Der Sprecher des Innenministeriums Ingo Decker bestätigt, dass Diesel-Diebe sowohl aus Deutschland als auch aus dem Ausland kommen. „Die Täter sind unterschiedlicher Herkunft“, betont Decker.

Hart getroffen hatte es vor zwei Wochen auch eine Speditionsfirma aus Bitterfeld (Sachsen-Anhalt). Aus zehn Lastkraftwagen, die auf einem Grundstück bei Lindchen abgestellt waren, zapften Diebe gut 2500 Liter ab. Der Schaden: mehr als 3500 Euro. Vor zwei Jahren war dem Unternehmen sogar ein kompletter Lkw gestohlen worden. Der verantwortliche Disponent hatte gemutmaßt, dass die Täter aus Polen stammten. Dem ist aber offensichtlich nicht in allen Fällen so, wie der aktuelle Ermittlungserfolg zeigt.