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| 02:41 Uhr

Die Zeitung macht Schule

Zeitungsschau im Friedrich-Engels-Gymnasium: Zwei siebte Klassen lesen auf Papier und digital die RUNDSCHAU.
Zeitungsschau im Friedrich-Engels-Gymnasium: Zwei siebte Klassen lesen auf Papier und digital die RUNDSCHAU. FOTO: br
Senftenberg. Vier Wochen Zeitungsschau auf allen Kanälen: Vollblut-Lehrerin Christina Wesnigk aus Welzow ist dabei. "ZiSch ist toll", sagt sie. Kathleen Weser

"Ich nutze das Projekt sehr gern im Deutsch- und WAT-Unterricht - von Beginn an", ergänzt die Pädagogin, die am Friedrich-Engels-Gymnasium Senftenberg lehrt. Mit zwei siebten Klassen hat sie in diesem Jahr mitgemacht. Christina Wesnigk ist sich sicher: "Die Schüler profitieren davon."

Der Schultag der Lehrerin beginnt daheim in Welzow sehr früh mit dem Gang zum Briefkasten. "Ohne Zeitungsschau geht bei uns gar nichts", bestätigt sie lachend. Dem Mann, Lehrer im Unruhestand, gönnt sie die gedruckte Ausgabe. "Ich informiere mich Online. Denn wir lesen zu Hause die Spremberger Lokalausgabe. Für die Schule muss ich aber auch wissen, was in und um Senftenberg los ist." Der häusliche Frieden werde also von Begehrlichkeiten den Lesestoff betreffend nicht gefährdet.

Die ersten zehn Minuten des Schultages lesen die Schüler im ZiSch-Projekt täglich die Zeitung. "Das Ritual liebe ich", erzählt Christina Wesnigk. "Morgens kommen die Schüler zu mir, um sich die Rundschau zu holen - auch wenn wir keinen Unterricht gemeinsam haben."

Das Interesse der 12- und 13-Jährigen, die jetzt mit gezischt haben, sei groß und betreffe alle Bereiche des Lebens. Die Trump-Wahl in den USA haben die Schüler gespannt verfolgt. Der Tierschutz sei ein starkes Thema. Auch unterhaltsame Beiträge zu Natur und Garten fesselten. Christina Wesnigk führt anfangs in die Struktur der Zeitung ein. Sehr schnell entdecken die Schüler ihre individuell spannenden Seiten wieder. Von den Artikeln über Berufe in der Lausitz zeigt sich die Lehrerin begeistert. "Die kopiere ich immer auch für den Unterricht im Fach Wirtschaft, Arbeit und Technik (WAT) der achten Klassen", erklärt sie.

Die Information über die Möglichkeiten, die dem Nachwuchs in der Region eröffnet werden, hält die Pädagogin für wichtig. In der achten Klasse seien die Schüler wahrscheinlich noch aufnahmebereiter für die Zeitung in der Schule. Aber der Unterrichtsstoff sei anders und die Chance, in dem Schuljahrgang intensiv mit der Rundschau zu arbeiten, daher nicht gegeben. "In Deutsch arbeite ich mit den Schülern gern an Texten der Zeitung", erklärt Christiana Wesnigk. Den Kern einer Nachricht zu erfassen, werde unterhaltsam gelernt und gefestigt. Das Anwenden von Präpositionen und der Gebrauch von Genitiv und Dativ lasse sich anschaulich vermitteln. Und auch Textgengres gehören zum Unterrichtsstoff. "Ein Abiturient muss einen Kommentar schreiben können", bestätigt die Lehrerin - auch wenn der im Schulgebrauch Blogbeitrag genannt wird. Und da auch aus Fehlern gut zu lernen ist, werden die Schüler ebenso als Detektive der Rechtschreibung aktiv. "Wir erfahren im ZiSch-Projekt jeden Tag Neues. Und ich freue mich über die Neugier der Schüler und die Kleinigkeiten, über die sie staunen. Den Wissenszugewinn zu erleben, macht Freude", erklärt die Pädagogin. Sehr gern nutze sie mit den Schülern auch die Tablets für das Recherchieren. Die moderne Technik ziehe den Nachwuchs natürlich an. Christina Wesnigk stellt aber auch erfreut fest, dass den Schülern das Lesen auf dem Tablet mit der Zeit zu anstrengend wird und sie dann zum Papier greifen. "Die Nase in ein Buch und in die Zeitung zu stecken, ist doch etwas Tolles", sagt sie. Bei ZiSch macht sie weiter mit.

Zum Thema:
Das gemeinsame Projekt des Medienhauses Lausitzer Rundschau läuft unterstützt vom regionalen Energiedienstleister EnviaM seit dem Jahr 1996, seit 2012 unter dem Namen ZiSch, Zeitung in der Schule. Pro Jahr nehmen etwa 1300 bis 1500 Schüler in der ganzen Lausitz teil.Seit November 2015 stehen auch zwei Klassensätze mit 30 Tablets zur Verfügung. Für zwei Klassen pro ZiSch-Durchgang ist es damit möglich, auch digitale Medien einzubinden und den richtigen Umgang damit zu lehren und zu lernen. Die Förderung der Medienkompetenz ist das Ziel.Ende Juni ist ZiSch in die Sommerpause gegangen. Nach den Ferien in Sachsen und Brandenburg geht es weiter. In Weißwasser, Hoyerswerda, Cottbus und Guben starten Schulklassen.Alle Termine und Informationen:unter lr-online.de/zisch und in der jeweiligen Lokalausgabe.