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| 10:45 Uhr

Am Sonntag vielleicht letzte Umstellung auf Winterzeit
Wird noch an der Uhr gedreht?

Die Zeitumstellung bringt Uhrmachern Arbeit: Frank Forberger befürwortet trotzdem die dauerhafte Sommerzeit
Die Zeitumstellung bringt Uhrmachern Arbeit: Frank Forberger befürwortet trotzdem die dauerhafte Sommerzeit FOTO: LR / Daniel Roßbach
Senftenberg. Vielleicht zum letzten Mal gilt ab Sonntag die „Winterzeit“. Dem Senftenberger Frank Forberger macht das zusätzliche Arbeit. Von Daniel Roßbach

Viele Uhren werden sich in der Nacht vom Samstag zum Sonntag in dem Moment, in dem sie eigentlich auf 3 Uhr nachts springen würden, sofort zurück auf 2.00 Uhr stellen. Denn dann gilt wieder die sogenannte Winterzeit - und das vielleicht zum letzten Mal.

Die Uhren, die das nicht selbst machen, weil sie funkgesteuert sind, bereiten damit ihren Besitzern Arbeit damit, sie selbst zurück zu stellen. Und manchmal bleibt es dabei nicht, sondern wird es notwendig, auch einen Uhrmacher hinzuziehen. Davon berichtet etwa Frank Forberger aus Senftenberg. Er ist zwar von Haus aus Goldschmied, nicht Uhrmacher, bietet in seinem Geschäft in der Nähe des Senftenberger Marktes aber auch Uhrmacher-Dienste an.

Bisher wurden diese Dienste zweimal im Jahr gebraucht, wenn Uhren zu feinmechanisch zu anspruchsvoll für die feinmotorischen Fähigkeiten ihrer Besitzer waren. Oder wenn beim Versuch, sie zu stellen, zu rabiat an der Krone gezogen wird, dass diese kaputt geht. Natürlich seien es vor allem ältere Menschen, die dazu in sein Geschäft kommen, berichtet Forberger: „Schon weil viele junge Menschen ja gar keine Uhren tragen, zumindest nicht solche, bei denen ein Eingreifen nötig ist.“

Dass an diesem Wochenende vielleicht zum letzten Mal die Uhren auf Winterzeit gestellt werden, liegt an dem Vorschlag, die unterschiedlichen Zeiten für Sommer und Winter abzuschaffen, der in diesem Jahr EU-weit diskutiert wurde.

Dazu gab es eine Umfrage, die zwar weder repräsentativ noch bindend war, und an der sich vor allem Menschen aus Deutschland beteiligten. Dabei sprach sich die Mehrheit dafür aus, die Uhrzeit nicht mehr zweimal im Jahr umzustellen und bei der Sommerzeit zu bleiben. Stimmen Parlament und Mitgliedsstaaten einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission zu, entfällt in Zukunft die verpflichtende Umstellung zur Sommerzeit. Ob man diese dann beibehält oder für die Zukunft noch einmal zur Winterzeit wechselt, ist dann eine Entscheidung der einzelnen Länder, die sich dabei aber abstimmen sollen.

Frank Forberger zeigt sich mit der nicht-repräsentativen Abstimmung zwar unzufrieden, stimmt ihrem Ergebnis aber zu und wünscht sich die anhaltende Sommerzeit: „Wenn man das Glück hat, Arbeit zu haben und den Morgen und Nachmittag damit verbringt, ist es doch schön, es in der Freizeit zum Abend länger hell zu haben.“