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| 18:30 Uhr

Baugrundstücke in Großräschen deutschlandweit stark nachgefragt
Die weiße Stadt über dem See wächst

Weißer Bauhausstil - so soll die Hafensiedlung weiter wachsen. Die Wohnungen in  der „Hafenkante“ sind längst verkauft und vermietet.
Weißer Bauhausstil - so soll die Hafensiedlung weiter wachsen. Die Wohnungen in der „Hafenkante“ sind längst verkauft und vermietet. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Großräschen. Großräschen will einheitliche Architektur am Wasser als Marke etablieren. Anfragen aus ganz Deutschland für das neue Wohngebiet „Ilse“. Gestaltungsplan für das Tor zur Wasserwelt ist in der Seestadt absolute Chefsache. Von Andrea Budich

Die Seestadt macht Tempo in der Hafensiedlung. Vom Wunsch, ans Wasser zu ziehen, wird die Stadt regelrecht überrollt. Der städtische Liegenschaftschef Sascha-Peter Raddatz kann sich kaum retten vor Grundstücks- und Bauanfragen. Leute aus ganz Deutschland hängen bei ihm in der Leitung. „Sie wollen ein Grundstück am See kaufen und schnell bauen“, erklärt Raddatz den stetig wachsenden Nachfragedruck.

Die weiße Stadt über dem See muss also eilig weiter wachsen. Denn das erste Wohngebiet „Alma“ ist bereits komplett vergeben. Mehr als 80 Grundstücke sind dort verkauft oder reserviert. Ein Haus nach dem anderen wird hochgezogen. Auch die beiden späteren Wohnfelder „Hafenkante“ und „Hafenblick“ direkt über dem Hafen sind belegt. Mehr Reservierungen als Baugrundstücke gibt es auch für das neue Wohngebiet „Hugoschacht“ in der Chransdorfer Straße. „Fast alle Zuzügler fragen nach Baugrundstücken“, weiß Großräschens Chef-Liegenschaftler Sascha-Peter Raddatz.

Die Fläche im rechten unteren Viertel wird das gut drei Hektar große Wohnfeld „Ilse". Die Luftaufnahme stammt aus dem Frühjahr.
Die Fläche im rechten unteren Viertel wird das gut drei Hektar große Wohnfeld „Ilse". Die Luftaufnahme stammt aus dem Frühjahr. FOTO: Stadt Großräschen / Dirk Laubner

Um dem Bau-Boom am Wasser gerecht zu werden, soll  im nächsten Jahr das neue Wohngebiet „Ilse“ mit 27 Baugrundstücken erschlossen werden. Für das Filetstück auf dem Balkon über dem Hafen laufen Woche für Woche mehr Reservierungen ein. Obwohl es „Ilse“ bisher nur auf dem Papier gibt, stehen potentielle Käufer von Baugrundstücken bei Sascha-Peter Raddatz Schlange. „Ilse“ ist daher Chefsache bei Großräschens Stadtvätern. In mehreren Runden ist zu Größe und Stil der Häuser diskutiert worden. Bei allem Für und Wider zu verschiedenen Varianten herrscht große Einigkeit zum Erscheinungsbild der neuen Häuser direkt an der stadtbildprägenden Hafenstraße. Weiß sollen sie sein wie schon die Häuser der „Hafenkante“. Im Bauhausstil mit Flachdach, mit zwei Geschossen und einer Dachterrasse. Am Tor zur Lausitzer Wasserwelt soll die weiße Architektur als Großräschener Marke fortgesetzt werden. „Auf der neuen Hafenstraße wird später der Verkehr hin zum Stadtstrand, zum Hafen und zum Hotel brummen. Die „Ilse“-Häuser sind auch die ersten, die vom Boot aus zu sehen sind, wenn Freizeitkapitäne den Großräschener Hafen ansteuern“, erklärt Bauamtschef Max Heyde, warum der Gestaltungsplan für  dieses Areal für  die Stadtväter so wichtig ist. Eine abschließende Entscheidung, ob die kleineren oder die größeren Stadtvillen, die sich in einem Gebäude-Trio  aneinander lehnen, das Rennen machen, gibt es noch nicht. Fest steht bisher nur,  dass im hinteren Bereich des Wohnfeldes eine freie Gestaltung wie in „Alma“ möglich sein soll.  Bestandsschutz haben zudem die drei bestehenden - nicht weißen - Häuser an der Hafenstraße. Fakt ist auch, dass „Ilse“ ein  ruhiges Wohngebiet  ohne Ferienwohnungen werden soll. Die Diskussion  zu den „Ilse“-Häusern  wird  beim Bauausschuss am 21. November fortgesetzt. Dann wird  Stadtplaner  Wolfgang Joswig aus Senftenberg  erneut  Visualisierungen vorstellen, um die Entscheidung zu  erleichtern. Der Stadtplaner ist indes ein  leidenschaftlicher Befürworter der  weißen Stadt über dem See als Alleinstellungsmerkmal  im Lausitzer Seenland.  „Wenn wir die Marke etablieren wollen,  müssen wir konsequent bleiben“, ermunterte er im jüngsten Bauausschuss zu mutigen Beschlüssen.