Viel Wasser führt dieser Tage die Schwarze Elster in ihrem Mittellauf zwischen Hoyerswerda und Bad Liebenwerda. „In Neuwiese wurde am Sonntag ein Höchstwert von 153 Zentimetern Wasserstand gemessen. Daran orientieren wir uns auch im Altkreis Senftenberg“ , erzählt Elke Faber, Staumeisterin vom Senftenberger See. Normal seien 60 Zentimeter. Das sei trotzdem kein Grund zur Besorgnis: „Erst ab einem Wasserstand von 190 Zentimetern wird die niedrigste Alarmstufe ausgerufen“ , beruhigt die Staumeisterin. Bislang werde lediglich von erhöhten Wasserständen gesprochen. Elke Faber rät trotzdem zur Wachsamkeit: „Wir müssen weiter aufpassen. Der Wetterbericht hat auch für die nächsten Tage viel Regen angekündigt.“ Aus Sachsen kam zunächst Entwarnung, da dort die Wasserscheitel schon wieder leicht gefallen sind.
Die Staumeisterin freut sich sogar über das viele Nass: „Wir konnten aus der Schwarzen Elster schon zusätzliches Wasser in die Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) und Koschen (Geierswalder See) einleiten.“ So sei allein im Senftenberger See der Wasserstand in den vergangenen Tagen um sieben Zentimeter erhöht worden. „Da würden aber noch bis zu 60 Zentimeter reinpassen“ , umreißt Elke Faber die Dimension.
Ähnlich zeigt sich die Situation an der Elster in Bad Liebenwerda: die Pegelhöhe betrug dort gestern nach Angaben des Landesumweltamtes 1,84 Meter. Kritisch werde es aber erst ab 2,30 Meter.
Auch Spree und Lausitzer Neiße haben dieser Tage ihre Wasserführung verdoppelt. „Wir haben dort noch genug Luft, bis Alarm ausgelöst werden muss“ , sagt Prof. Matthias Freude, Chef des Landesumweltamtes Brandenburg (LUA). Immerhin habe die Spree ihren Abfluss bei Spremberg von elf auf 20 Kubikmeter je Sekunde fast verdoppelt. So könnten statt sechs bis zu zehn Kubikmeter mehr aus der Talsperre in Richtung Spreewald abgegeben werden. Auch an der Neiße drohe zurzeit keine Hochwassergefahr.
„Ganz im Gegenteil“ , erklärt Matthias Freude: „Das zusätzliche Wasser tut den Flüssen gut. Alles wird richtig durchgespült und mit Sauerstoff angereichert.“
Seinen Angaben zufolge handelt es sich keineswegs um ein außergewöhnliches Ereignis: Das ist für die Jahreszeit ganz normal. Bedrohlicher sei die Situation im Nordwesten Brandenburgs. Am Prignitz-Flüsschen Stepenitz wurde bereits der erste Alarm ausgerufen.
In der Regionalleitstelle Lausitz in Cottbus gab es bis gestern keinen Feuerwehreinsatz wegen Überflutung. „In Bezug auf die vielen Niederschläge ist es bei uns sehr ruhig“ , resümiert Mitarbeiter Manfred Breßling.

Zum Thema Monatsnorm erreicht
 Vom 19. bis 21. Januar hat es nach Angaben von Hobby-Meteorologe Rudolf Kupfer aus Lindenau knapp 30 Millimeter je Quadratmeter geregnet. Allein in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag fielen 20 Millimeter vom Himmel. „Insgesamt gesehen wurde das Monatssoll von 45 Millimeter für den Januar schon erreicht“ , sagt Rudolf Kupfer. Ungewöhnlich seien auch die hohen Temperaturen für die Jahreszeit. „Selbst in der Nacht zum Montag habe ich neun Grad Celsius gemessen und das im Hochwinter“ , so der Hobby-Meteorologe.