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| 02:55 Uhr

Die Villa für die Micky Mäuse putzt sich heraus

Bis Ende März soll das Innere der Villa – der Kita Micky Maus – fertig saniert sein, dann geht es außen weiter. Ende Mai können die Micky Mäuse, die jetzt in der Kita "Kleeblatt" sind, voraussichtlich von der neuen alten Kita in Schwarzheide-Ost Besitz ergreifen.
Bis Ende März soll das Innere der Villa – der Kita Micky Maus – fertig saniert sein, dann geht es außen weiter. Ende Mai können die Micky Mäuse, die jetzt in der Kita "Kleeblatt" sind, voraussichtlich von der neuen alten Kita in Schwarzheide-Ost Besitz ergreifen. FOTO: Steffen Rasche/str1
Schwarzheide. Den Kindertag am 1. Juni könnten die Mädchen und Jungen der Kita "Micky Maus" in Schwarzheide-Ost voraussichtlich in der für sie sanierten Fabrikantenvilla feiern. Der Baustand jedenfalls spricht dafür, dass der Termin gehalten werden kann. Heidrun Seidel

"Es war wohl das Verbotene, das mich gereizt hat", gesteht Schwarzheides Bürgermeister Christoph Schmidt (38) am Rande eines Baustellenbesuches am Mittwochvormittag in der Husemannstraße von Schwarzheide-Ost. Den Kindergarten, zu der die einstige Fabrikantenvilla der Grube Viktoria bereits 1947 geworden war, hat das heutige Stadtoberhaupt ab 1979 selbst besucht. In einem der alten Wandschränke stand ein Spielzeugpanzer, erinnert sich Schmidt. Das Stück hatte Seltenheitswert, und die Kinder durften ihn nicht einfach aus dem Regal nehmen. "Ich habe es dann doch gemacht - und schließlich Ärger bekommen", berichtet Schmidt schmunzelnd. Heute könne er das ja gestehen, und dass das Geschehen irgendwelche Einflüsse auf seine erste Berufswahl gehabt haben könnte, glaubt der Major der Reserve der Bundeswehr und Vater von drei Kindern auch nicht. Doch er freut sich, dass es den schönen alten Wandschrank auch nach der Sanierung noch geben wird. Ebenso die ursprünglichen Treppengeländer des zu Beginn des vorigen Jahrhunderts entstandenen Hauses, in dem ein Direktor der Grube Viktoria gewohnt haben soll. Sie geben der bürgerlichen Pracht des Hauses eine besondere Würde. Die hatte allerdings auch schon mächtig gelitten. "Wir haben mehr böse Überraschungen erlebt als erwartet", berichtet Monika Bäde vom Planungsbüro Fischer und Partner, das die im September 2014 begonnene Sanierung betreut. So zeigten sich unerwartet poröse Wände und marode Fußböden. Inzwischen ist davon allerdings nicht mehr viel zu sehen. Die Räume in beiden Etagen leuchten hell und freundlich. Während der obere Bereich den Hortkindern vorbehalten ist, wird das Erdgeschoss 30 Knirpsen unter sechs Jahren, darunter auch acht bis zehn Krippenkindern bis zu drei Jahren, gehören. In mehreren großzügigen Gruppenräumen können sie spielen und lernen. Sogar die Bäder ermuntern dazu, sind doch die Waschbecken in unterschiedlichen Höhen eine für Kinder verführerische Wasserlandschaft zum Planschen. Von dort geht es zu einem Sportraum in den Keller, in dem der motorischen Entwicklung des Nachwuchses besondere Aufmerksamkeit gegeben wird. Unmittelbar daneben steckt viel von den insgesamt 800 000 Euro, die die Sanierung des Hauses nach modernen Standards kosten wird: eine neue Heizungsanlage wird den energetischen Anforderungen ebenso gerecht wie die noch folgende Dämmung von Dach und Fassade. Davon gab es 450 000 Euro aus dem Fördermitteltopf Leader - für ländliche Entwicklung. Verdienen konnten die - nach einer vorgeschriebenen öffentlichen Ausschreibung - vor allem Firmen aus der Region, berichtet Monika Bäde, die übrigens auch für sicherheitstechnische Ausstattung des Hauses auf dem großen Waldgrundstück am Stadtrand gesorgt hat.