Von Andrea Budich

Die Seestadt hat es bei der großen Hafeneröffnung im Mai mit 7000 Besuchern erstmals hautnah zu spüren bekommen: Wenn  Touristen zu einem Hafenspektakel aus allen Himmelsrichtungen herbei strömen, dann geht zu bestimmten Stoßzeiten in der Kleinstadt nichts mehr. Besonders die Seestraße wird dann zum Nadelöhr.

Großräschen will sich langfristig dieser Herausforderung stellen und mit einem Parkplatz-Konzept für Entspannung sorgen. Eine erste Studie liegt vor und ist den Mitgliedern des Bauausschusses vorgestellt worden. Betrachtet wird dabei das gesamte Stadtgebiet, wenngleich ein Schwerpunkt auf Großräschen-Süd liegt.

„Wir wollen uns nicht von der Blechlawine überrollen lassen und zeitig gegensteuern“, erklärt Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) die Arbeit am neuen Parkraum-Konzept zur Chefsache. Die Entwicklung der touristischen Infrastruktur soll damit in der Seestadt frühzeitig in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Den größten Handlungsbedarf sieht Verkehrsplaner Bodo Möller in den Teilbereichen Hafen und Strand. Bei Großveranstaltungen im Hafen, der sich mit seiner Amphitheaterform hervorragend für Konzerte eignet, werden schlagartig Hunderte Stellplätze benötigt. Bisher vorhandene Parkplätze am IBA-Kreisel und an der Strandstraße reichen dafür perspektivisch nicht aus. Eine mögliche Parkfläche an der Marienstraße könnte Entlastung schaffen für Autos, Busse und Caravans.

Handeln müssen Großräschens Stadtväter auch am Strand. „Dort ist die Situation noch heikler“, fasst Bodo Möller zusammen. An Hochsommertagen in der Ferienzeit geht er von einer zu erwartenden Spitzenbelastung von 1665 Parkplätzen aus. Für Entspannung soll in diesem Bereich ein Großparkplatz mit geplanten 1500 Stellflächen in Höhe der Strandzufahrt sorgen.

Die Diskussion zur Parkplatz-Studie nimmt jetzt weiter Fahrt auf. Der Ordnungs- und Umweltausschuss wird sich im Herbst mit dem Konzept befassen.