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Die Polizei allein packt es nicht

Bei der Vorstellung der OSL-Kriminalstatistik für das Jahr 2014 wurde ein Arzt aus Lauchhammer erwähnt. Dieser soll geschätzt haben, dass im Süden Brandenburgs mittlerweile etwa 10 000 rauschgiftabhängige Personen leben sollen – zunehmend von der synthetischen, überaus gefährlichen und erschwinglichen Droge Crystal Meth.

Die Rückfallquote der Umkehrwilligen liege bei 95 Prozent. Nicht unbedeutende Teile einer ganzen Generation versinken demnach im Drogensumpf.

Angesichts dieser alarmierenden Zahlen schrillen bei der Polizei die Alarmglocken noch stärker als bisher. Denn sie muss die rasant anwachsende Beschaffungskriminalität bekämpfen und die Verdächtigen ermitteln. Allein wird die Polizei der Lage als Bekämpferin der Folgen nicht Herr. Der Ruf nach der Gesellschaft und der großen Politik wird zu recht laut. Was nützen auf allen Ebenen tolle Sparhaushalte mit schwarzen Zahlen und darauf stolze Verwaltungschefs, wenn Aufklärung, intensive Begleitung Betroffener und nicht zuletzt die Strafverfolgung der erschreckenden Entwicklung hinterherhinken? Wenn die Prioritäten punktuell nicht anders gesetzt werden, dann wird die Kriminalität weiter steigen und die Bevölkerung noch mehr leiden.

manfred.feller@lr-online.de