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Die Nordstadt nimmt Fahrt auf

An der Litfaßsäule werde Ideen der Anwohner angebracht. Joana (9) wünscht sich mehr Spielmöglichkeiten in der Nordstadt.
An der Litfaßsäule werde Ideen der Anwohner angebracht. Joana (9) wünscht sich mehr Spielmöglichkeiten in der Nordstadt. FOTO: Anja Brautschek
Großräschen. In Großräschen hat das erste Bürgertreffen stattgefunden. Anwohner entwickeln Ideen, um das Wohnviertel attraktiver zu gestalten. Anja Brautschek

Ein Lichterpfad führt quer über die große Freifläche an der Wilhelm-Pieck-Straße in Großräschen. An deren Ende diskutieren Anwohner und Besucher gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Zenker (SPD), den Vermietern und weiteren örtlichen Akteuren. Beim ersten Bürgertreffen werden Ideen für das Quartier entwickelt und über Pläne informiert.

"Wir wohnen seit mehr als zehn Jahren hier und hoffen, dass wir lange selbstständig bleiben und hier unseren Lebensabend verbringen können", erzählt Renate Nowotny. Von den oberen Stockwerken reiche der Blick ins Grüne. Vor allem die nachbarschaftliche Gemeinschaft sei stark. "Obwohl wir in einem Stadtviertel leben, ist die Gemeinschaft ähnlich der eines Dorfes. Jeder achtet auf jeden", stimmt Beate Steuer zu. Mit den Nachbarn werden Geburtstage gefeiert. Einkaufsmärkte, Schulen und Ärzte sind fußläufig zu erreichen. Selbst bei kleinen Erledigungen helfen sich Nachbarn.

"Nur ein kleines Café fehlt", sagt Renate Nowotny. Die Rentnerin wünscht sich einen Treffpunkt, in dem sich die Bewohner austauschen, Vorlesungen verfolgen und Vorträge organisieren könnten. Auch eine Art Glühweinfest zur Weihnachtszeit könnte mehr Geselligkeit in das Quartier bringen, entwickelt Quartiersmanagerin Karin Krüger gemeinsam mit dem Bürgermeister eine neue Idee.

Einen weiteren Treffpunkt könnte künftig der Seniorenwohnpark des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bilden. Neun Millionen Euro investiert das Unternehmen in den Bau eines neuen Traktes, erklärt Thomas Zenker. Im vorhandenen Gebäude soll ein Begegnungscafé eingerichtet werden. Die ehemalige Gaststätte Lausitz wird von der Caritas zur Tagespflege umgebaut. Auch der Netto-Markt wird auf das Penny-Gelände umziehen, modernisiert und vergrößert.

In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Nordstadt und das Malerviertel verändert. Mehr als 1500 Wohnungen wurden zurückgebaut. Freiraum, der unter anderem für den Seespielplatz genutzt wurde. "Es hat sich vieles positiv verändert. Doch es fehlt an Spielfläche", sagt Susanne Herrmann. Gerade für Kleinkinder fehlt es nach Auffassung der jungen Mutter an geeigneten Geräten. Zudem würden oft Jugendliche auf dem Seespielplatz herumlungern. "Sie brauchen einen Jugendclub", erklärt auch Susann Stefanie Jauer-Richter überzeugt. Quartiersmanagerin Karin Krüger stellt sich einen Spielepfad durch das Quartier mit verschiedenen Elementen vor. "Sowohl Ruhezonen als auch verschiedene Spielgeräte könnten darin integriert werden", sagt sie. Ein Lichterpfad mit Kerzen zeichnet den möglichen Weg nach. Mehr als 4000 Gläser wurden dafür gesammelt. Und viele aus dem Viertel haben mitgeholfen. "Ziel dieser Veranstaltungen ist es, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und gemeinsam etwas zu bewegen. Meine Erwartungen wurden übertroffen", so die Quartiersmanagerin.