Pünktlich zum Geburtstag konnte eine Publikation zur Geschichte des Theaters vorgelegt werden. Bei den insgesamt sechszehn Möglichkeiten hatten die Besucher dann jede Menge zu lachen. Die größte Freude gab es bei Intendant Sewan Latchinian. Kulturministerin Professor Johanna Wanka unterzeichnete den Theatervertrag mit der Neuen Bühne Senftenberg und sicherte damit den Grundstock für die Finanzierung des Theaters bis 2009.
„Umkehren und niemals wiederkommen“ , hatte Regisseur Holger Teschke vor Jahrzehnten bei seiner ersten Begegnung mit der Stadt und dem Senftenberger Theater notiert. Davon konnte am letzten Wochenende nicht die Rede sein. Viel Publikumsauflauf gab es an beiden Premierentagen. Ehemalige Senftenberger Theaterleute wie Ulf Reiher und Peter Schroth, Theaterkritiker wie Professor Ernst Schumacher und Theaterzuschauer, die immer wieder gern die Neue Bühne besuchen. „Das Senftenberger Theater ist mit seiner Ausstrahlung etwas ganz Besonderes im Land“ , bekannte Kulturministerin Wanka im Gespräch nach dem Festakt ihre Sympathie.
Diesmal hatte das Thema „Lachen“ in allen möglichen Schattierungen bei sämtlichen Inszenierungen zusätzlich für Anziehungskraft gesorgt. Das „Anlachen“ auf dem Museumshof mit pointierten Episoden aus dem Erinnerungsbuch (stellt RUNDSCHAU noch näher vor) und einem Gläschen Sekt in der Hand machte Lust auf mehr. Bis in die frühen Morgenstunden nutzten die unermüdlichen Theatergänger die Möglichkeiten zum Lachen bei großen und kleinen Inszenierungen.
Einen Höhepunkt des 3. GlückAufFestes erlebten die Zuschauer am Sonnabend mit der Inszenierung von Dario Fo's legendärem Volksstück „Bezahlt wird nicht“ . Bravo-Rufe und stürmischer Applaus zollten der Regie-Diplomarbeit der jungen Regisseurin Christine Hofer und dem gelungenen Bühnenbild von Dirk Seesemann ebenso Anerkennung wie den furiosen und durchweg überzeugenden schauspielerischen Leistungen von Catharina Struwe, Anna Hopperdietz, Heinz Klevenow, Mirko Zschocke und Till Demuth. Das Daumendrücken von Dramaturg Jürgen Eick kurz vor der Premiere hatte geholfen. Das Stück wird die Publikumsgunst ebenso erobern wie der am ersten Premierenabend in der Regie von Ursula Karusseit gespielte „Revisor“ . Während das absurde Theater mit Ionescos „Unterrichtsstunde“ so manchen Lacher hinunterwürgen ließ, verliebten sich Zuschauer in „Die Ziege“ von Autor Albee, hatten ihre Freude mit dem Kabarett für einen singenden Schauspieler mit Mirko Warnatz und Conrad Haase und ihren Heidenspaß im totalen Chaos mit Valentins „Zwangsvorstellungen“ in der Regie von Christoph Schroth und Thomas Brussigs Fußballmonolog und, und . . . Einen Riesenspaß hatten die jüngsten Zuschauer beim kleinen GlückAufFest mit „Moby Dick“ . Hier ist Jürgen Eick eine wunderschöne Inszenierung gelungen, gepaart mit starken Schauspielerleistungen, um die Phantasie junger Theaterbesucher herauszufordern. Bis zum frühen Morgen Theater genießen, in den Pausen anregende Gespräche und Getränke, wo gibt es das schon? Viele Zuschauer wie Fördervereins-Vorsitzender Gerd-Rüdiger Hoffmann schlugen sich am Sonnabend schon „freiwillig und gern“ die zweite Nacht lachend um die Ohren. „Stimmiger als im vorigen Jahr“ findet Hoffmann die Gesamtkonzeption des diesjährigen GückAufFestes, bei dem zahlreiche Helfer vom Jugendclub bis zum Seniorenclub des Theaters mithalfen. Vielleicht haben sich Besucher von der guten Stimmung ja verführen lassen, einen der angebotenen Sessel der alten Theaterbestuhlung für sechzig Euro käuflich zu erwerben. Das Theater würde es freuen. Noch zu sechs GlückAufFesten bis zum 11. November läuten die Bergarbeiter-Traditionsglocken. Gute Gelegenheiten für Wiederholungs- und Ersttäter in Sachen „Lachen“ .