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| 01:04 Uhr

„Die Leute sind dankbar, dass sie mal rauskommen“

Ortrand.. Horst Stopperka bezweifelt, dass durch die 1,50-Euro-Jobs feste Arbeitsverhältnisse geschaffen werden. „Aber die Leute sind dankbar, dass sie mal rauskommen und wieder eine Aufgabe bekommen haben“ , weiß der Ortrander Amtsdirektor aus Gesprächen. Manfred Feller

Die Startphase, die im Oktober begonnen hatte, habe ihn positiv überrascht.

Endlich etwas tun können
Etwa 40 bis 50 Frauen und Männer hätten sich sogar freiwillig gemeldet, um in eine der befristeten Maßnahmen aufgenommen zu werden. Für nicht wenige der bisherigen Sozialhilfeempfänger war und ist die gezahlte Entschädigung eine Aufbesserung des Haushaltsgeldes.
In den künftigen Maßnahmen werden sich verstärkt auch jene wiederfinden, die wenig Lust verspüren, für 1,5 Euro die Stunde - zusätzlich zu dem aus Steuergeldern finanzierten Arbeitslosengeld II - einer Beschäftigung nachzugehen. Horst Stopperka rechnet damit, dass im Amtsbereich pro Jahr etwa 180 bis 200 Alg-II-Empfänger eine Arbeitsgelegenheit mit Aufwandsentschädigung erhalten. Genaue Zahlen kennt keiner. Wieviel Maßnahmen tatsächlich von der Agentur für Arbeit genehmigt werden, sei abhängig vom Geld, das die Behörde erhalte.
Deshalb hat auch das Amt Ortrand zunächst eine größere Anzahl möglicher Maßnahmen aufgelistet (insgesamt 20) und daraus die zehn wichtigsten benannt. Insgesamt hätten etwa 30 Vereine und Einrichtungen Bedarf an Helfern angemeldet. In Kindergärten, Schulen und auf vielen Sportplätzen sind die 1,50-Euro-Jobber schon tätig. Auf die Bestätigung ihrer Nachfolger wird gewartet. Wegen der teilweise sehr speziellen Aufgaben hätten einige Vereine sogar fachlich geeignete Einwohner vorgeschlagen. Das letzte Wort hat allerdings die Agentur.

Keine Gefahr für feste Jobs
Amtsdirektor Stopperka versichert, dass durch die Arbeitsgelegenheiten keine festen Jobs gefährdet werden. Es handele sich in jedem Fall um Hilfskräfte, die unter der Aufsicht der Träger Wequa e. V. und Wequa GmbH aus Lauchhammer zusätzliche Arbeiten erledigen. Keiner der Gemeindearbeiter in Ortrand, Kmehlen, Kroppen und Umgebung müsse Angst haben, dass er schrittweise ersetzt wird. Ebenso nicht die Hausmeister in den kommunalen Einrichtungen.
Negative Reaktionen von Unternehmen erwartet der Amtschef auch nicht. Was bisher ausgeschrieben worden ist (wie der Winterdienst) werde auch in Zukunft vergeben. Ansonsten existieren keine Dienstleistungsverträge, zum Beispiel für die Grünpflege. Entweder dies haben bisher die Gemeindearbeiter und ABM-Kräfte geschafft oder es blieb liegen. Wie die Pflege der etwa 30 Kilometer Radwanderwege.

Vereine hoffen auf Hilfe
Keine Schwierigkeiten werden auch bei anderen beantragten Arbeitsgelegenheiten gesehen. Der Großkmehlener Heimatverein braucht Unterstützung für die Chronik und die 800-Jahr-Feier. Der Dorfklub Kroppen bittet um Pflegekräfte und Veranstaltungshelfer.
Auch die Amtsverwaltung hofft auf Unterstützung. Für das Umstellen der Haushaltsführung ist eine Eröffnungsbilanz notwendig. Dafür müssen alle kommunalen Werte aufgenommen werden. Auch für die Niederschlagssatzung und den Winterdienst sollen die Daten erfasst werden - wenn die Agentur dafür grünes Licht geben sollte.