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| 18:41 Uhr

Im Gespräch: BASF-Geschäftsführer Jürgen Fuchs
„Die Lausitz wäre eine gute Wahl für die Tesla Gigafactory Europe“

Jürgen Fuchs, Geschäftsführer der BASF Schwarzheide.
Jürgen Fuchs, Geschäftsführer der BASF Schwarzheide. FOTO: BASF Schwarzheide GmbH / Steffen Rasche
Cottbus/Klettwitz. Lausitzer wollen am Donnerstagabend auf dem Lausitzring in Klettwitz (Oberspreewald-Lausitz) ein Lichtzeichen für die Zukunft ihrer Heimat setzen: mit der Bürgeraktion #WelcomeTesla für die Ansiedlung einer Batteriefabrik des amerikanischen Elektroautobauers. Jürgen Fuchs, der Vorsitzende der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide, hält das für eine gute Idee.

Herr Fuchs, ist #WelcomeTesla mehr als eine verrückte Idee? Hat die Lausitz das Potenzial für eine Ansiedlung wie die Tesla Gigafactory Europe?

Fuchs: Prinzipiell ist jede Aktion zu begrüßen, die den Strukturwandel in der Lausitz thematisiert, die innovative oder im positiven Sinn auch verrückte Ideen auf die Tagesordnung holt und die Menschen mobilisiert. Selbst wenn das auf dem Lausitzring erzeugte Taschenlampen-Licht nicht bis zum Roadster von Tesla im Weltall strahlen sollte, bis Berlin und zur Bundesregierung reicht das Signal auf jeden Fall. Dort werden wichtige Weichen für die zukünftige Entwicklung in der Lausitz gestellt.

Auf dem BASF-Gelände ist ja ausreichend Platz. Wäre denn aus Ihrer Sicht eine Tesla-Batteriefabrik am Unternehmensstandort Schwarzheide oder auf einem angrenzenden Grundstück vorstellbar?

Fuchs: Ich kenne den Flächenbedarf nicht, den Tesla für seine Batteriefabrik anmeldet. An einem geeigneten Grundstück in der Lausitz sollte es aber nicht scheitern. Zweifellos wären der Standort Schwarzheide und die Lausitz insgesamt auch für Tesla eine gute Wahl, denn die Region ist als Zentrum der Elektromobilität aus mehreren Gründen sehr geeignet. Da geht es zum einen um die geografische Lage zwischen Ost und West und die hervorragende logistische Anbindung. Da geht es um mögliche Synergien mit namhaften Autofirmen wie VW, Daimler, BMW und Porsche sowie Zulieferern wie Bosch, die im Umfeld bereits große Projekte im Bereich der E-Mobilität vorantreiben. Und da geht es nicht zuletzt um eine erforderliche Industrieförderung, die neben vielen anderen Vorzügen der Region als ein Schlüssel für erfolgreiche und nachhaltige Industrieansiedlung und -entwicklung gesehen werden kann.

Gibt es seitens der BASF oder von anderen am Standort ansässigen Firmen eigene Pläne für eine Batteriefabrik? Eine mögliche Weiterverarbeitung von Lithium ist im Gespräch?

Fuchs: BASF verfolgt keine eigenen Pläne zum Bau einer Fabrik zur Batteriezellenherstellung. Allerdings prüft BASF derzeit verschiedene Standorte in Europa für den Bau neuer Produktionsanlagen für Batteriekomponenten, darunter ist auch unser BASF-Standort in Schwarzheide. Hierzu gibt es aktuell noch keine finale Entscheidung.

Mit Jürgen Fuchs sprach Jan Augustin.