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| 02:45 Uhr

Die Kompetenzbrücke zwischen den Revieren steht

In vier Werkstätten haben Teilnehmer des Jugendmedienprojektes "Bagger, Seen und Menschen" eine Recherche- und Schreibwerkstatt, eine Foto- und Audiowerkstatt sowie eine Film- und Schnittwerkstatt durchgeführt.
In vier Werkstätten haben Teilnehmer des Jugendmedienprojektes "Bagger, Seen und Menschen" eine Recherche- und Schreibwerkstatt, eine Foto- und Audiowerkstatt sowie eine Film- und Schnittwerkstatt durchgeführt. FOTO: IBA
Großräschen/Senftenberg. Das rheinische Indeland und das Lausitzer Seenland kooperieren. Beide Regionen vereint das schwere Erbe des Braunkohlenbergbaus – in unterschiedlichen Dimensionen. Kathleen Weser

Denn der noch aktive Tagebau Inden hat nur etwa das Ausmaß der größten Perle der bald schiffbar verbundenen Lausitzer Seenkette, des Sedlitzer Sees. Vor zwei Jahren ist der Bau der Kompetenzbrücke zwischen Brandenburg und Nordrhein-Westfalen in der Lausitz begonnen worden. Mit einem Spitzentreffen im IBA-Studierhaus Großräschen. Ziel: "In einer Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen" soll der Austausch gepflegt werden, um beide Reviere zukunftsträchtig zu entwickeln. Das haben Professor Rolf Kuhn, der Regisseur der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst Pückler-Land" und Vorsitzende des Vereins IBA-Studierhaus Großrä schen, und Jens Bröker, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Indeland betont. Der Bildungsaustausch ist angelaufen. Erst kürzlich hat eine Schülergruppe des Friedrich-Engels-Gymnasiums Senftenberg das Gymnasium Haus Overbach im Indeland besucht. Die Gleichaltrigen waren zuvor in der Lausitz zu Gast. Die Leuchttürme des Strukturwandels im Indeland sind das Forschungszentrum Jülich, der Blausteinsee und der Indemann. Der Tagebau zwischen Eschweiler und Jülich im Rheinischen Braunkohlerevier ist derzeit 1300 Hektar groß und wird von der RWE Power AG seit 2005 erschlossen. Die genehmigte Ausdehnung liegt bei 4500 Hektar. Bisher wurden acht Ortschaften mit 7400 Einwohnern umgesiedelt. Voraussichtlich im Jahr 2030 soll der Tagebau ausgekohlt sein. Bereits 2007 haben der Kreis Düren, die Städte Eschweiler und Jülich, die Gemeinden Aldenhoven und Inden sowie die Aachener Stiftung Kathy Beys die Entwicklungsgesellschaft Indeland gegründet. Der Bergbautreibende stellt dem Unternehmen über 15 Jahre etwa zehn Millionen Euro für die landschaftliche Aufwertung der Region bereit. Symbol ist der Indemann, ein seit 2009 barrierefrei zugänglicher Aussichtsturm mit Gastronomie und Minigolfanlage. 36 Meter hoch ragt er in den Himmel. Für 65 Millionen Euro wurde diese Landmarke gebaut.

Die Schüler haben gemeinsam in einer Planwerkstatt Szenarien für die Bereiche Wohnen, Leben, Mobilität und Energie im Indeland nach dem Jahr 2045 entwickelt. Kyra Pfeil, Regionalmanagerin der Entwicklungsgesellschaft Inden, betont: "Wir wollen vor allem der jüngeren Generation nahe bringen, dass Energiewende und Strukturwandel in unserer Region nicht nur als notwendige Veränderungen akzeptiert, sondern als positive Zukunftsperspektiven verstanden und aktiv gestaltet werden." Auch die Lehrer des Gymnasiums Haus Overbach sind Feuer und Flamme für das Projekt, "das vom Lehrplan geforderte raumbezogene Handlungskompetenz von Schülern in besonderem Maße fördert".

Besonders spannend für die Menschen im Indeland ist der zeitliche Vorsprung der Partnerregion Lausitzer Seenland. Denn hier ist heute schon zu sehen, wie es im Indeland perspektivisch aussehen könnte.

Zum Thema:
Arbeiten des Jugendmedienprojekts "Bagger, Seen und Menschen" sind derzeit im IBA-Studierhaus Großräschen (Seestraße) zu sehen. Eine Bestandsaufnahme und Zukunftschancen der Region im wirtschaftlichen und kulturellen Wandel aus der Sicht hiesiger Jugendlicher sind das spannende Thema gewesen. Die Ergebnisse sind nun in Form einer Fotoausstellung, Klangcollagen sowie einem wirklich sehenswerten Film im IBA-Studierhaus zu erleben.