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| 15:00 Uhr

Nachwuchs im Tierpark
Die jungen „Rasenmäher“ sind schon da

Tierpfleger Siegmar Siewert präsentiert hier die junge Ovambo-Ziege "Frieda".
Tierpfleger Siegmar Siewert präsentiert hier die junge Ovambo-Ziege "Frieda". FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Im Senftenberger Tierpark hat sich Nachwuchs eingestellt. Bei Schafen, Ziegen und Mäusen gibt es bereits Junge. Die Roten Varis gehen jedoch leer aus. Von Torsten Richter-Zippack

Wieder kein Nachwuchs! Auch im Jahr 2018 wird kein Roter Vari im Senftenberger Tierpark das Licht der Welt erblicken. Bereits seit drei Jahren lassen die ersehnten Jungtiere auf sich warten. „Wir brauchen wieder ein vitales Männchen“, erklärt Tierpfleger Siegmar Siewert. Zwar sei „King Lui Jr.“, der im Jahr 2014 in der Seestadt geboren worden war, männlichen Geschlechts, doch trage der Rote Vari ein Implantat, das seine Zeugnisfähigkeit verhindert. „Wir wollen Inzucht verhindern“, begründet Siewert. Stattdessen sei ein Tier fremden Blutes gefragt. Ein solches zu besorgen, sei alles andere als einfach. So gebe es ein europäisches Zuchtbuch, das sich in Frankreich befindet. Aus diesem Papier könne heraus gelesen werden, welcher Rote Vari in welchen Tierpark oder Zoo passen könnte. Ziel sei es, die genetische Vielfalt dieser gefährdeten Primatenart aus der Gruppe der Lemuren dauerhaft zu erhalten. „Bislang war für uns nichts Passendes dabei“, sagt Tierpfleger Siewert. Wahrscheinlich werde es auch im kommenden Jahr keinen Vari-Nachwuchs in Senftenberg geben. Aber die Hoffnung sterbe bekanntlich zuletzt.

Bei diversen weiteren Arten hat sich dagegen bereits im März Nachwuchs eingestellt. Beispielsweise bei den lebenden „Rasenmähern“. Die Thüringer Waldziegen, eine uralte gefährdete Haustierrasse, die bevorzugt zur Beweidung größerer Grünländer eingesetzt werden, haben neun Lämmer zur Welt gebracht. Eine Zwillingsgeburt, so berichtet Siegmar Siewert, sei innerhalb einer Dreiviertelstunde völlig problemlos über die Bühne gegangen. „Alle Tier sind gesund und wohlauf“, sagt der Tierpfleger. Früher oder später werde der Nachwuchs aus Platzgründen verkauft. „Wir achten dabei sehr auf eine artgerechte Haltung“, erklärt Siewert. Seit diesem Jahr sei der Senftenberger Tierpark Mitglied im Schafzuchtverband Berlin/Brandenburg. Dieses Gremium gilt als Interessenvertretung der Schaf- und Ziegenhalter in der Region.

Ebenfalls Jungtiere gibt es bei den Ovambo-Ziegen. Drei Jungtiere, darunter ein Zwillingspärchen, sind in den vergangenen Wochen zur Welt gekommen. Während die Zwillinge noch keine Namen besitzen, wurde das dritte Jungtier bereits auf „Frieda“ getauft, erzählt Siegmar Siewert. Tierparkbesucher aus Neupetershain hätten sich sofort in „Frieda“ verliebt. So werde die junge Ziege voraussichtlich in einem Vierteljahr in die Gemeinde am Petershainer Fließ umziehen. Übrigens: Ovambo-Ziegen werden deutschlandweit nur in 13 Tierparks und Zoos gehalten.

Die jungen Zwergmäuse sind gerade einmal gut drei Wochen alt.
Die jungen Zwergmäuse sind gerade einmal gut drei Wochen alt. FOTO: Richter-Zippack

Weiterer Nachwuchs hat sich im Terrarium eingestellt. Die Eurasischen Zwergmäuse präsentieren den Besuchern durch die Glasscheibe ihre rund drei Wochen alten Jungtiere. Diese sind nur wenige Zentimeter groß. Gedulden müssen sich die Gäste allerdings bei den Hühnern. Bislang gibt es noch keine Küken, sagt Siewert. Zum einen, weil es im März sehr lange sehr kalt gewesen ist. Zum anderen, weil es anfangs Probleme mit den befruchteten Eiern gab. Allerdings, so kündigt Siegmar Siewert an, sollten bis spätestens 6. Mai die ersten Küken geschlüpft sein. Denn traditionell am ersten Sonntag im Wonnemonat finde das Tierparkfest statt.