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| 01:06 Uhr

Die Ilse-Apotheke in Großräschen

Das Rätsel vom Samstag: Das Eingangsportal der ehemaligen Ilse-Apotheke in Großräschen.
Das Rätsel vom Samstag: Das Eingangsportal der ehemaligen Ilse-Apotheke in Großräschen. FOTO: Steffen Rasche
Die Ilse-Apotheke in Großräschen. Ein Haus mit Geschichte. 1902 errichtet, war es zunächst nur eine Zweigniederlassung einer Vollapotheke. Der Apotheker Otto Lemke kaufte das Gebäude, nachdem er aus dem Ersten Weltkrieg zurück gekommen war.

So wurde 1919 aus der Zweigstelle eine Vollapotheke. Otto Lemkes Frau Ella war eine große Kunstfreundin. Sie hat viel gemalt, vor allem Landschaften und Motive aus ihrem Garten. Sie war es auch, die den Wintergarten mit rundem Erkeranbau, der 1930 angefügt wurde, entworfen hat. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Apotheke staatlich verwaltet und vom Rat des Bezirkes übernommen. Nach den Familien Arndt und Hübner wurde die Apotheke von Gertrud Koczor geleitet und von ihrer Familie bewohnt. Die umliegenden Brikettfabriken machten den Betreibern zu ihrer Zeit zuweilen das Leben schwer. Der schwarze, klebrige Kohlendreck hat nämlich in sauberen Apotheken und auf weißen Kitteln selbstredend nichts zu suchen. Hans-Joachim Nitzsche war der nächste, der die Leitung der Apotheke inne hatte. Er und seine Frau Regina bauten die Abstellkammern im Obergeschoss zu bewohnbaren Zimmern aus. Die Bedrohung durch den Tagebau war für dieses Gebäude allgegenwärtig, 1989 sollten die Mieter raus.
Das Haus blieb dann aber doch verschont. Nach dem furchtbaren Brand vom Oktober 1996 konnte die liebevoll wieder aufgebaute Ilse-Apotheke im Jahr 2002 in neuem Glanz im Besitz der Familien Kuhn ihren 100. Geburtstag begehen. (al)