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Die Ideenschmiede der IBA arbeitet weiter

Besucher des IBA-Studierhausforums lauschen den Impulsvorträgen.
Besucher des IBA-Studierhausforums lauschen den Impulsvorträgen. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Großräschen. Der Geist der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst-Pückler-Land" soll weiter in der Lausitz wirken. Der Verein IBA-Studierhaus hat sich das auf die Fahnen geschrieben. Der Wissensspeicher wird bewahrt und zugänglich gehalten. Und neue Ideengeber sind willkommen. Uwe Hegewald / uhd1 uhd1

"Großräschen war Geburtshelfer der IBA und Ideenschmiede", sagt Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) zum Studierhausforum nach den ersten fünf Jahren Vereinsarbeit sichtlich stolz. Auch das Weiterbildungszentrum der Brandenburgischen-Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg greift auf den Fundus im Studierhaus am Großräschener See zurück, macht Dr. Friedrich von Bismarck, der langjährige Leiter der Geschäftsstelle für die Braunkohlesanierung, deutlich. Als "ständig zur Verfügung stehenden Wissensspeicher und großen Trumpf im Ärmel", bezeichnet er das Haus. Die beiden ersten Weiterbildungsmodule Stadtentwicklung und Industriekultur sowie Wassersanierung seien Erfolge gewesen. Im nächsten Sommer semester stehe die Bodenrekultivierung im Fokus.

"Im Studierhaus können sich Studenten auf ihre Arbeit konzentrieren. Hier sind sie geschützt vor den Versuchungen, die Universitätsstädte für sie bereithalten", erklärt von Bismarck zudem. Prof. Dr. Uwe Grünewald von der Lausitzer Universität charakterisiert das Studierhaus als "ein Juwel, das wir an der BTU noch nicht vollends erkannt haben". Es ist sogar ein Allein stellungsmerkmal, "um das uns andere beneiden", pflichtet ihm Uni-Kollege Prof. Dr. Stopp bei. Er macht das am Zusammenspiel von Klimawandel und schwimmender Architektur fest. In Südostasien rutsche den Menschen der Boden unter ihren Füßen und Grundstücken weg. Dort könne man mit dem im Lausitzer Seenland Wissen auch Unterstützung anbieten. "Noch ist die Konkurrenz bei schwimmender Architektur überschaubar. Wir dürfen das nicht verschlafen", mahnt er.

"Professor Stopp hat das sehr gut auf den Punkt gebracht", würdigt Karin Dürr den emotionalen Diskussionsbeitrag. Die Großrä schenerin hatte ebenso am ersten Studierhausforum teilgenommen wie Touristiker Sören Hoika. "Das ist es, was die Seenlandbesucher interessiert." Wie geht es weiter? Was sind eure Ziele und wie wollt ihr eure Vorhaben angehen und umsetzen? - Fragen, die das Team um den Betriebsleiter von IBA-Tours zu beantworten hat. Dass dem Studierhaus Großräschen beim Strukturwandel in der Lausitz eine besondere Rolle zukommt, steht außer Frage. Prof. Rolf Kuhn würdigt die bisherige Kooperation mit Universitäten, Land und Kommune, aber auch Unternehmen, die sich als Architekten eines erforderlichen Finanzierungsgerüsts erweisen. "Bisher haben wir die Finanzierung immer hinbekommen", unterstreicht Kathrin Schneider (SPD), Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg. Sie freut sich, dass es gelungen ist, die Ideen und den Schwung der IBA mitgenommen zu haben. Die Aufgabe der Zukunft müsse es aber sein, Wirtschaft, Innovation und Ansiedlung als Puzzleteile zusammenzusetzen. "Wenn uns das gelingt, ist mir um die Zukunft des Hauses und der Region nicht bange", stellt die Ministerin abschließend fest.

Zum Thema:
In den Jahren 2000 bis 2010 war das IBA-Studierhaus Geschäftssitz der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Fürst-Pückler-Land". Nach dem Umbau steht das Gebäude Studentengruppen und fachlich Interessierten für Exkursionen und Fachveranstaltungen von Unternehmen, Verbänden und Organisationen zur Verfügung. Das Objekt hat eine Bibliothek, ein Foto- und Filmarchiv, einen großzügigen Arbeits- und Vortragsraum und bietet einfache Beherbergung für bis zu 30 Personen. uhd1