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| 14:57 Uhr

Denkmalschutz
Stiftung sucht weiter nach Schlossherren

Gutshof, Schloss und Park sowie die benachbarte St.-Georgs-Kirche sind Juwele von Großkmehlen. In den zurückliegenden Jahren haben die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Brandenburgische Schlösser GmbH als Tochter sowie das Land Brandenburg Investitionen getätigt und dem Ensemble zu altem, neuen Glanz verholfen.
Gutshof, Schloss und Park sowie die benachbarte St.-Georgs-Kirche sind Juwele von Großkmehlen. In den zurückliegenden Jahren haben die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Brandenburgische Schlösser GmbH als Tochter sowie das Land Brandenburg Investitionen getätigt und dem Ensemble zu altem, neuen Glanz verholfen. FOTO: Uwe Hegewald
Senftenberg. Die Stiftung Denkmalschutz will ihre Geschäfte neu ordnen. Betroffen sind auch die Häuser in Altdöbern und Großkmehlen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) erwägt den Verkauf der Brandenburger Schlösser, die sich im Eigentum der Brandenburgischen Schlösser GmbH befinden. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Gabi Theiss und Wolfgang Roick hervor. Nach dem Bekanntwerden, dass die Stiftung ihre Geschäfte neu ordnen will, weil sie ihre Aufgabe als erfüllt ansieht, interessieren sie sich mehr noch als zuvor für die Zukunft der beiden Schlösser in Altdöbern und Großkmehlen. Ein Verkauf von Schlössern sei eine der möglichen Optionen, die derzeit geprüft werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, sei offen. „Für die Schlösser in Altdöbern und Großkmehlen wäre es wünschenswert, wenn es eine adäquate Nachnutzung der Räumlichkeiten geben würde“, teilt Roick mit. „Ich könnte mir beispielsweise ein Hotel nach dem Vorbild von Fürstlich Drehna vorstellen“, schlägt der Großräschener vor. Er hoffe, dass im Nachtragshaushalt des Landes vielleicht auch dafür Geld zur Verfügung gestellt wird.

Auch für den Landespolitiker Ingo Senftleben (CDU) stehe der Erhalt der historisch sehr bedeutsamen Ensembles der Schlösser, Nebengebäude und Gärten in Altdöbern und Großkmehlen an erster Stelle. „Hier darf es keine Abstriche geben“, betont Senftleben. Wie die Zukunft der Ensembles letztendlich aussieht, hänge von den Gesprächen ab, die zwischen der Landesregierung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz geführt werden. Stiftungs-Sprecherin Ursula Schirmer bestätigt diese Verhandlungen. 25 Jahre nachdem die Schlössergesellschaft gegründet wurde, müsse geprüft werden, ob diese weiter sinnvoll sei. Denn das Ziel, die Schlösser vor dem Verfall zu sichern, sei erreicht. Ein anderer Grund ist aber auch der seit zwölf Jahren einseitige Finanzierungsanteil der Stiftung. Sie trägt immerhin 95 Prozent der Sanierungskosten. Das Land nur fünf.

Das moniert auch Großkmehlens ehrenamtlicher Bürgermeister Gerd Müller-Hagen. „Hier ist Kritik angebracht“, sagt er. Der Zukunft des Schloss-Ensembles sieht er trotzdem „ruhig“ entgegen. Die laufenden Mietverträge gelten auch mit einem neuem Eigentümer. „Die Gemeinde wird es nicht kaufen“, stellt Müller-Hagen aber klar. Drei Räume habe sie bereits angemietet, andere in der Gemeinde dafür aufgegeben. Heimatverein und zwei Seniorenvereine nutzen sie. Außerdem finden Kulturveranstaltungen statt, und jede Menge Hochzeiten. Wie eine mögliche weitere Nutzung des Schlosses aussehen kann, vermag auch Müller-Hagen nicht zu beantworten: „Ich erwarte, dass sich Land und Kreis darüber Gedanken machen.“ Ein Hotelbetrieb nach dem Vorbild von Fürstlich Drehna sei aus seiner Sicht aber nicht umsetzbar.