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| 11:54 Uhr

Abfall, Müllentsorgung
Die Biotonnen sind bald startklar

Lauchhammer. Anfang 2019 führt der Abfallentsorgungsverband Schwarze Elster neue Behälter ein. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Von Torsten Richter-Zippack

Das Interesse der Lausitzer an den Biotonnen ist enorm. Inzwischen sind beim Abfallentsorgungsverband (AEV) Schwarze Elster bereits 22 000 Bestellungen für den 120-Liter-Behälter eingegangen, weitere 4000 für den doppelt so großen Bruder. „Das entspricht mehr als der Hälfte der Haushalte in unserem Gebiet“, rechnet Verbandsvorsteher Dr. Bernd Dutschmann vor. Die schwarzen Tonnen mit den braunen Deckeln werden extra für die Lausitzer angefertigt. „Das hat eine Firma aus dem Saarland übernommen. Bei uns gibt es leider kein entsprechendes Unternehmen“, ergänzt Dutschmann.

Ab 1. Oktober startet die Auslieferung an die Bürger. Diese soll bis Ende November abgeschlossen sein. Das Prozedere übernimmt direkt der Tonnenhersteller. Dieser stellt die Abfallbehälter direkt vor den jeweiligen Grundstücken ab. Wer sich jetzt noch kurzfristig für eine Biotonne entscheidet, sollte sich beeilen, rät Dutschmann. „Die Bestellung sollte bis spätestens Anfang September bei uns vorliegen. Dann können wir diejenigen Haushalte noch in die normalen Auslieferungstouren einbinden.“

Der offizielle Startschuss für die Biotonnen-Entsorgung fällt indes zu Jahresbeginn 2019. „Wir wollen die Behälter dann im Abstand von 14 Tagen leeren, in Neubaugebieten wöchentlich“, kündigt Bernd Deutschmann an. In die Abfallbehälter gehören Lebensmittelreste, verdorbene Speisen sowie Gartenabfälle, beispielsweise Grünschnitt. Das Verfahren habe sich bereits bewährt. Denn der AEV hat die Entleerung der Biotonnen bereits über einen längeren Zeitraum in Großräschen und Schipkau getestet. Daran haben über 2000 Haushalte teilgenommen. „Es gab keinerlei Klagen“, resümiert Bernd Dutschmann. Allerdings sei es ratsam, bestimmte Hinweise nicht zu ignorieren. Beispielsweise feuchte Abfälle in Papier einzuwickeln und die Tonnen nicht der prallen Sonne auszusetzen.

Pro entleerter Tonne werde im Jahr 2019 ein Preis zwischen einem und 1,50 Euro verlangt. Anschließend seien, je nach Tonnengröße, zwei oder drei Euro fällig. Damit die Preise langfristig stabil bleiben, rät der AEV, keine Fremdabfälle in den Biotonnen zu entsorgen. Denn das Aussortieren verursache enorme Kosten. „Aber unserer Erfahrung nach sammeln und trennen die Bürger im Verbandsgebiet ihre Abfälle sehr gewissenhaft“, lobt Bernd Dutschmann. Daran, so glaubt er, werde sich auch mit der Einführung der Biotonnen nichts ändern.

Die Inhalte der Biotonnen transportieren die AEV-Männer zur Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) ins Gewerbegebiet Sonne zwischen Freienhufen und Großräschen. „Dort bereiten wir aktuell die Technik auf die Verarbeitung der Bioabfälle vor“, sagt Bernd Dutschmann. Zum einen solle Biogas produziert werden. Zum anderen landen die Gärreste in der Kompostierung. Diese Anlage befinde sich noch im Genehmigungsverfahren.

Der gewonnene Kompost wird AEV-Angaben zufolge über die entsprechenden Wertstoffhöfe an Interessenten verkauft. Bernd Dutschmann rechnet pro Jahr mit rund 20 000 Tonnen Bioabfällen. Daraus könnten dann 10 000 Tonnen Kompost entstehen.

Indes führen weitere Abfallverbände die Biotonnen in der nächsten Zeit ein. Dazu gehören unter anderem der Spree-Neiße-Kreis, die Stadt Cottbus sowie die Region Weißwasser.