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| 17:34 Uhr

Fahrgastverband zu neuartigem Stunden-Plan
Anschlussverluste bremsen Deutschlandtakt aus

 Trotz stündlicher Anschlüsse, etwa von Senftenberg nach Dresden, gibt es beim Deutschlandtakt laut Pro Bahn „planerische Unzulänglichkeiten“.
Trotz stündlicher Anschlüsse, etwa von Senftenberg nach Dresden, gibt es beim Deutschlandtakt laut Pro Bahn „planerische Unzulänglichkeiten“. FOTO: Rasche Fotografie / STEFFEN RASCHE
Senftenberg. Jede Stunde ein Zug, in jede Richtung, zur selben Minute? Profitieren Fahrgäste aus Senftenberg? Nein, kritisiert Pro Bahn. Von Jan Augustin

Er soll leicht zu merken sein, zuverlässig und planbar: Ab 2021 soll der Deutschlandtakt im Schienenpersonenverkehr schrittweise eingeführt werden. Das kündigt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an. Demnach sollen alle Fernzüge jede Stunde, in jede Richtung und zur selben Minute starten. Das neue System soll für Reisende nicht nur in Metropolen besser sein, sondern Vorteile auch in ländlichen Regionen bringen.

Profitiert auch Oberspreewald-Lausitz vom Deutschlandtakt? Bisher nicht, kritisiert der Fahrgastverband Pro Bahn. So sind etwa Großräschen und Altdöbern im aktuellen Entwurf des neuen Fahrplanes auf den ersten Blick zwar gut angeschlossen, teilt der Verbandsvorsitzende Peter Cornelius mit. Stündlich halte der RE7 zwischen Dessau, Berlin, Lübbenau, Calau und Senftenberg. Und in Senftenberg gebe es auch stündlich Anschlüsse nach Ruhland, Dresden und Falkenberg. „Wollen die Altdöberner und Großräschener aber zur nahe gelegenen Großstadt Cottbus, einem der wichtigsten Arbeitsorte, Ausbildungs- und Studienstandorte im Süden Brandenburgs, sieht es schlecht aus“, moniert Peter Cornelius. Ihm zufolge verfehlen die Reisenden in Calau den Anschluss nach Cottbus um knappe zwei Minuten. „Doch es gäbe ja noch eine weitere Chance auf einen Anschluss nach Cottbus: in Sedlitz-Ost. Aber nein, hier wird der Anschluss um eine Minute verpasst“, sagt der Pro-Bahn-Chef. Zwei Umsteigemöglichkeiten also – aber beide knapp verfehlt. „Das ist nicht der Sinn des Deutschlandtaktes, das ist klassische Fehlplanung und sollte als Musterbeispiel ins Lehrbuch“, ärgert sich Peter Cornelius.

Neben einer zu langsamen Geschwindigkeit zwischen Calau und Senftenberg von 100 km/h, teilweise eingleisigen Streckenabschnitten und fehlenden Bahnsteigen in den Bahnhöfen Altdöbern und Großräschen seien es hier vor allem „simple planerische Unzulänglichkeiten“, die Altdöbern und Großräschen von Cottbus abkoppeln. „Das geht ohne großen Aufwand erheblich besser“, glaubt Peter Cornelius.