ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:44 Uhr

Fussball-WM
Deutschland ins Finale, Gegner ist egal

Alexander Petrick (r.) und Sohn Jahn fiebern gemeinsam mit Germanen-Vorstand Ingo Amsel den WM-Spielen entgegen.
Alexander Petrick (r.) und Sohn Jahn fiebern gemeinsam mit Germanen-Vorstand Ingo Amsel den WM-Spielen entgegen. FOTO: Richter-Zippack
Peickwitz. Die Peickwitzer Familie Petrick fiebert der Fußball-WM entgegen. Geschaut und gefeiert wird mit den Germania-Kickern.

Der Deutschland-Schal ist gekauft, ebenso ein gleichfarbiges Käppi und Trikots der Nationalmannschaft sowie kleine Fähnchen in Schwarz, Rot und Gold. Bei Alexander (37) und Jan Petrick (8) steigt die Spannung. Schließlich beginnt am heutigen Donnerstag die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Das Vater-Sohn-Duo aus Peickwitz will möglichst viele der insgesamt 64 Partien vor dem Fernseher oder auf der Großleinwand auf dem heimischen Germania-Sportplatz verfolgen. „Natürlich mit unseren Peickwitzer Spielern und weiteren Kumpels“, erklärt Alexander Petrick. Diesen Sonntag, wenn erstmals die deutsche Mannschaft mit ihrer Partie gegen Mexiko ins Turnier eingreift, dürfte aber die Peickwitzer Sportanlage verwaist bleiben. Der Grund: „Unsere Kreisliga-Jungs fahren zum letzten Saisonspiel nach Annahütte“, erklärt Germania-Vorstandsmitglied Ingo Amsel. Der Verein habe aber einen Bus mit rund 50 Plätzen gechartert, sodass neben den Kickern auch Fans und Freunde mitreisen können. Nach der Kreisliga-Partie, in der es für beide Mannschaften um nichts mehr geht, werde gemeinsam das Deutschland-Spiel geschaut. „Da sind wir natürlich mit dabei“, verkündet Alexander Petrick.

Sohn Jan nickt begeistert. Der Achtjährige jagt selbst dem runden Leder nach. Natürlich in der heimischen Spielgemeinschaft, die sich aus rund 60 Kindern der Vereine aus Peickwitz, Hosena und Hohenbocka zusammensetzt. Die Saison ist für die F-Junioren durch. Am Ende steht der achte Platz von neun Mannschaften. „Der Tabellenrang ist doch unwichtig. Stattdessen wollen wir richtiges Fußballspielen lernen. Und das soll Spaß machen“, kommentiert Jan Petrick. Er selbst sei hauptsächlich in der Abwehr aktiv. Ingo Amsel ergänzt: „Wenn du mit 1:8 verlierst und dich dennoch über das eine geschossene Tor freust, hast du alles richtig gemacht.“

Das gelte natürlich keineswegs für die deutsche Nationalmannschaft. „Wir hoffen beide auf das Finale“, sagen Alexander und Jan Petrick fast im Gleichklang. Auf einen möglichen Gegner der Deutschen wollen sich die Peickwitzer indes nicht festlegen. „Der ist eigentlich egal, wir schaffen das“, bringt es Alexander Petrick auf den Punkt. Der 37-jährige Elektro-Maschinenbaumeister hatte in seiner Jugend selbst oft und gern Fußball gespielt. „Damals gab es in Peickwitz keinen Ligenbetrieb“, erklärt Petrick. „Da haben wir uns zum Bolzen auf dem Rasen- oder dem Hartplatz getroffen, dann und wann waren auch Mannschaften aus den Nachbardörfern eingeladen.“ Der zweifache Familienvater bezeichnet sich selbst als einen der größten Fans der Peickwitzer Germanen. Darüber hinaus fahre er mit seinem Sohn gern zu den Spielen des FC Energie Cottbus. „Seitdem die Mannschaft Ende der 1990er-Jahre in die Bundesliga aufgestiegen war, fiebere ich mit.“ Das Fußball- und Sportlerblut scheint den Petricks schon in den Genen zu liegen. „Mein Opa Werner Schiedlo hatte einst in Hosena gekickt. Und Vater Siegbert Petrick war aktiver Tischtennisspieler“, erinnert sich Alexander Petrick.

Mit Russland hatten der 37- und der Achtjährige bislang nichts zu tun. „Ich selbst habe in der Schule kein Russisch gelernt, würde aber sofort hinfahren“, sagt Alexander Petrick. Wenn Deutschland am 15. Juli tatsächlich den WM-Pokal in den Händen halten sollte, gibt es für die Peickwitzer kein Halten mehr. „Dann wird bei uns in der Dorfmitte gefeiert, aber richtig“, kündigen die Petricks an.

matroschka 4c
matroschka 4c FOTO: fotolia / mspoint