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| 16:02 Uhr

Deutsch-polnisches Sommercamp in Ökotanien

Die Teilnehmer des deutsch-polnischen Sommercamps in Ökotanien.
Die Teilnehmer des deutsch-polnischen Sommercamps in Ökotanien. FOTO: Steffen Rasche/str1
Annahütte. Je 30 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren aus Polen genießen in zwei Gruppen Ferien im Erlebniscamp Ökotanien. Möglich machen das die F. C. Flick-Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz, die Staatskanzlei und das Deutsch-Polnische Jugendwerk . red/br

Im Erlebniscamp Ökotanien sind wieder polnische Kinder zu Gast, deren soziales Umfeld nicht gefestigt ist. "Bei uns sollen sie den Alltag vergessen und ganz viel Spaß haben," sagt Manuela Kropp. Sie ist Leiterin des "Erlebniscamps Ökotanien", das der Verein Aktion Umwelt für Kinder-Hilfswerk für umweltgefährdete junge Menschen (Aku) und die Gemeinde gemeinsam betreiben.

Auf dem Camp-Programm stehen unter anderem Bogenschießen, Thementage, wie zum Beispiel Materie Wasser, das Kennenlernen der polnischen und der deutschen Kulturen und vertrauensbildende Module. Des Weiteren stehen unter anderem Geocaching-Touren, Kletteraktionen im Hochseilgarten, Kanutouren, Workshops (auch zum Thema Interaktion) ein Universitätsbesuch in Senftenberg sowie romantische Stunden am Lagerfeuer auf der Agenda.

Zusätzlich ist eine mehrstündige Wanderung zum Sallgaster See und dem in der Nähe befindlichen Park vorgesehen. "Die Gruppe hat die Aufgabe, sich mittels Karte und Kompass zu orientieren", so Mathias Rosner. Er ist einer der Teamer in Annahütte und maßgeblich an der Programmplanung beteiligt. "Je nach Witterung ist zusätzlich ein Ausflug in die Bergbaufolgelandschaft vorgesehen. Hier wollen wir gegebenenfalls eine Nacht unter freiem Himmel verbringen", äußert Manuela Kropp.

Die Kinder werden in Annahütte in gemütlichen Holzbungalows untergebracht. Sie haben auch Freizeit, um auf dem 12 000 Hektar großen Gelände inmitten eines großen Waldgebietes toben und klettern zu können.

Betreut werden die Kinder von ausgebildeten Teamern und Dolmetschern. Sie werden helfen, eventuelle Sprachbarrieren zu überwinden. "Zumeist verständigen wir uns alle in Englisch, einige Kinder sprechen auch fließend Deutsch. Verbindlich für alle aber ist das Sprachprogramm ,Montana Lingua'. Hierbei werden Sprachübungen mit erlebnispädagogischen Aktivitäten durchnetzt" so Manuela Kropp.

Das Besondere des zweiten Sommercamps vom 3. bis 16. August ist dessen Durchführung an zwei Orten: in der ersten Woche in Annahütte, danach im polnischen Kolatka in der Nähe von Bronkow und Jelenia Góra.

Mit dem Ortswechsel soll durch das Angebot einer zunächst fremden Erlebniswelt ein Perspektivwechsel hervorgerufen werden. Gerade lieb gewonnene Gewohnheiten und geschlossene Freundschaften werden abgelegt, oder neu erfahren sowie Gruppenstrukturen neu definiert, da alle Kinder sich neu orientieren müssen, heißt es in der Erklärung der Veranstalter.

Für Manuela Kropp und das Team in Annahütte sind diese Sommercamps wieder ganz besondere Momente. "Ich denke gerne daran zurück, wie ich mal am Abend eine Geschichte auf Deutsch vorgelesen habe und mir ein kleines Mädchen ganz aufmerksam zuhörte, obwohl es kein Wort verstand. Wir haben uns über die Intonation meiner Stimme und über die Körpersprache verständigt; ein ganz besonderer Moment", so Kropp.