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| 17:45 Uhr

Wetter-Rückblick
Endlich mal ein Monat, der nicht aus dem Wetterrahmen fällt

 Kartoffelkäfer entwickeln sich bei dem gegenwärtigen Sonnenschein massenhaft, insbesondere die Larven verursachen Fraßschäden.
Kartoffelkäfer entwickeln sich bei dem gegenwärtigen Sonnenschein massenhaft, insbesondere die Larven verursachen Fraßschäden. FOTO: Rudolf Kupfer
Senftenberg. Der RUNDSCHAU-Wetterfrosch Rudolf Kupfer wirft ein Auge auf die Messwerte im Mai und wagt einen Blick in die Zukunft. Von Rudolf Kupfer

Der Mai 2019 zeigte sich wettermäßig von seiner besten Seite. Wärme, Kühle und Regen im guten Mix, keine Unwetter, keine Hitzeperiode, ganz optimal, bilanziert Hobbymeteorologe Klaus Kreter aus Ortrand. Ganz im Sinne der Bauernregel: „Ein rechter Mai fürwahr, das ist der Schlüssel zum ganzen Jahr.“ Endlich, nach zwölf zu warmen Monaten in Folge, einer, der um 3,5 Grad zu kalt war, haben die Messungen von Dr. Alexander Haußmann aus Hörlitz ergeben.

In Verbindung mit gut verteilten, länger anhaltenden Landregen gab es im Mai beste Bedingungen für die Entwicklung der Pflanzen in der Hauptvegetationszeit. „Von der Trockenheit der Vormonate bereits leicht geschädigte Wintergetreide-, Raps- und Wiesengrasbestände haben sich erholt,“ freut sich Günter Kockro aus Großräschen. Nach wie vor gibt es aber kaum verfügbare Wasserreserven, so das insbesondere auf den Sandböden der Region sich bei anhaltend hohen Temperaturen und ausbleibenden Niederschlägen die Lage wieder schlagartig ändern kann, schätzt der erfahrene Landwirt ein.

Besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurden die heimischen Kiefernwälder durch die anhaltende Trockenheit, meint Jürgen Jentsch aus Calau. In Zeiten, wo jeder Regentropfen gebraucht wird, gab es erneut im Landkreis im Mai das anhaltende extrem hohe Nord-Südgefälle bei Niederschlägen. Während Wolfgang Sawade in Zinnitz/Calau nur einen mageren Wasserstand von  34 Millimetern im Messbecher hatte, war es bei Klaus Hirsch in Großkoschen mit 68 Millimetern genau die doppelte Menge, bei einer Norm von 58 Millimetern.

Die gefürchteten Eisheiligen schlugen bereits am 5. und 6. Mai in der Region zu. Leichte Nachtfröste von minus 0,5 Grad verursachten in der Obstbaumblüte nur geringe Schäden, schätzt Ronny Sommer aus Buchwalde ein. Er rechnet mit einer guten Obst- und Gemüseernte. Sorgen bereiten dem Kleingärtner das verstärkte Auftreten von Blattläusen, die Kräuselkrankheit bei den Pfirsichen und der starke Befall der Kartoffeln mit Kartoffelkäfern.

In diesem Zusammenhang beschäftigt sich Gärtnermeister Dieter Georgie aus Lauchhammer mit dem Insektensterben. Das Wettergeschehen ist für ihn aus einer Vielzahl von Ursachen dabei ein bestimmender Faktor.

 RUNDSCHAU-Wetterfrosch  Rudolf Kupfer. Foto: pr  
RUNDSCHAU-Wetterfrosch  Rudolf Kupfer. Foto: pr   FOTO: privat

Aus dem relativ kühlen Vollfrühling im Mai erfolgte ein ziemlich heißer Start in den Frühsommer. Am 2. Juni wurde in der Lausitz der erste Hitzetag 2019 mit 32 Grad registriert.

Für Überraschung sorgte der Juni in den zurückliegenden Jahren immer wieder mit der Schafskälte um den 10. des Monats. Auch die sogenannte Johannesflut kann im letzten Monatsdrittel mit Wolkenbrüchen manche Überraschung bringen. Große Aufmerksamkeit findet auch das Wetter zum Siebenschläfer um den 27. Juni. Davon ausgehend sollen sich Vorhersagen für das Wetter-Geschehen der folgenden sieben Wochen ableiten lassen.