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Parade
Der Weihnachtsmann kommt mit 500 PS und vielen Süßigkeiten

Nicht mal eine Handvoll Weihnachtsmänner und ein Lkw sind die Übriggebliebenen der einst stolzen Senftenberger Weihnachtsmannparade.
Nicht mal eine Handvoll Weihnachtsmänner und ein Lkw sind die Übriggebliebenen der einst stolzen Senftenberger Weihnachtsmannparade. FOTO: PETER ASWENDT / Aswendt Peter
Senftenberg. Der Christmas-Truck funkelte am Wochenende auf dem Senftenberger Weihnachtsmarkt. Von den Rauschebärten kamen jedoch weniger als üblich zur traditionellen Parade. Von Peter Aswendt

Das Weihnachtsfest ist ein Fest der Besinnlichkeit. Laute Töne sind zu dieser Zeit eher selten. Trotzdem war die traditionelle Weihnachtsmannparade durch ­Senftenberg ein sehenswertes Spektakel. Die Wünsche nach mehr traditionellem und familiärem Flair brachte die Parade ins Stocken. Damit nicht gänzlich der Weihnachtsmann auf dem Senftenberger Weihnachtsmarkt fehlte, gab es eine Kurzfassung.

„Die Absage unserer Parade hat uns sehr getroffen“, zeigt sich Günter Kalliske, Chefweihnachtsmann aus Großräschen, deprimiert. „Wir hatten aber, wie schon im vergangenen Jahr, den Christmas-Truck von der Firma Reinert Logistik zur Verfügung und damit wollten wir trotzdem auf dem Weihnachtsmarkt präsent sein“, gibt sich Kalliske kämpferisch. Die Miniparade ging mit lauten Hupen und ein wenig dünnen Ho-Ho-Ho-Rufen vom Schlossparkcenter bis auf den Markt. Die vier Weihnachtsmänner und der riesige Truck lockten schnell viele neugierige Kinder an und verteilten am Nachmittag viele Süßigkeiten an die kleinen Weihnachtsmarktbesucher.

„Seit drei Jahren sind wir bei der Parade dabei. Die Absage finden wir sehr schade“, so Robert Wagner von der Firma Reinert. Passend zum amerikanischen Lkw hatte sich Elko Tkocz, Weihnachtsmann aus Leidenschaft, eine amerikanische Weihnachtsuniform zugelegt. „Das Outfit hat meine Tochter genäht“, freut er sich.

Der siebenjährige Moritz Wolf aus Senftenberg nimmt gleich die Gelegenheit wahr und lässt sich samt Truck und Weihnachtsmann fotografieren. „Wir finden es sehr schade, dass die Parade nicht stattfinden kann“, lässt sich von Michaela Wolf, Mutter des kleinen Moritz, vernehmen. „Es war immer schön, diesen fröhlichen Marsch durch Senftenberg zu begleiten“, fügt sie hinzu. Dass es auch viele andere Befürworter der Weihnachtsmannparade gab, zeigten die 1500 Meldungen auf Facebook, die Günter Kaliske erhielt, als er die Absage veröffentlichte.

Ein Familiennachmittag bei den „Zauberhaften Weihnachten“ auf dem Senftenberger Weihnachtsmarkt machten Ingo und Heike Murnau mit Sohn Heiner (6) aus Senftenberg. „Der Kleine hat großen Spaß, auch mit dem Programm auf der Bühne“, freuen sich die Eltern. Für Familie Schmolling aus Senftenberg, die mit ihrer Tochter Anny den Weihnachtsmarkt besuchen, ist die Zeit etwas zu kurz: „Ein paar Tage länger und ein größeres Angebot, so wie vor einigen Jahren, wo es noch in den Gassen Stände gab, wäre nicht schlecht“, geben die jungen Eltern zu bedenken.

Für Veranstaltungsmanager Andreas Kiesel hat sich das Konzept bewährt: „Ich kann zwar erst nach dem Weihnachtsmarkt eine exakte Auswertung machen, aber der Umstieg im vorherigen Jahr hin zum familiären Charakter hat der Besucherzahl keinen Abbruch getan“, so der Veranstalter.

Die Händlermeinungen dazu sind geteilt. „Bei uns reißt die Warteschlange nicht ab“, lacht Anke Schöbel vom Stand mit leckeren Wildgrillsachen. Für das Familienunternehmen Sperling aus Jessen ist die Zeit einfach zu kurz: „Für den Aufwand, den wir betreiben müssen, sind einfach zu wenig Besucher in der kurzen Zeit auf dem Markt“, geben sie zu bedenken. Alles in allem ziehen aber die Standbetreiber ein positives Fazit und sind im nächsten Jahr wieder mit dabei. Bei den vielen Familien, die den diesjährigen Weihnachtsmarkt in Senftenberg besuchten, ist jedoch generell zu spüren, dass sie sich wohlfühlen und das Flair der „Zauberhaften Weihnachten“ genossen haben.