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| 19:01 Uhr

Schülertheater-Premiere an der Neuen Bühne Senftenberg
Mit tosendem Applaus die Zukunft der Schüler sichern

Die neun Schüler der Theatergruppe L.u.S.T. des Friedrich-Engels-Gymnasiums Senftenberg proben vor der Premiere ihres Stückes "Samanta" beinahe täglich in der Aula der Schule. Das Stück wird am Samstag, 19 Uhr, an der Neuen Bühne aufgeführt.
Die neun Schüler der Theatergruppe L.u.S.T. des Friedrich-Engels-Gymnasiums Senftenberg proben vor der Premiere ihres Stückes "Samanta" beinahe täglich in der Aula der Schule. Das Stück wird am Samstag, 19 Uhr, an der Neuen Bühne aufgeführt. FOTO: Josephine Japke / LR
Senftenberg. Einmal im Jahr stehen die Schüler der Theatergruppe L.u.S.T. des Senftenberger Friedrich-Engels-Gymnasiums auf ganz großer Bühne. An diesem Wochenende ist es wieder soweit: Das neue Stück „Samanta“ feiert Premiere an der Neuen Bühne. Autor ist der 17-jährige Schüler Philipp Conrad. Von Josephine Japke

Alle gucken gespannt auf die Uhr. Noch zehn Sekunden, die ersten Knöpfe werden gedrückt. Fünf Sekunden, Freunde und Familie sitzen im Publikum und reden gedämpft miteinander. Eine Sekunde noch, dann keine mehr. Das Licht geht aus, alles wird still, die Show beginnt.

Und Schnitt, Szenenwechsel zurück in die Aula des Friedrich-Engels-Gymnasiums in Senftenberg, wo die Schüler der Theatergruppe „L.u.S.T“ einen Tag vor der Premiere ihres Stückes „Samanta“ an der Neuen Bühne mitten in den Proben stecken. Noch hält sich die Aufregung bei allen in Grenzen.

Bei allen, außer bei Philipp Conrad, der das Stück geschrieben hat. „Die Idee dazu kam mir schon bei unserem letzten Stück. Ich schreibe ganz gerne und vor einem Jahr habe ich meine Ideen mal zu Papier gebracht“, sagt der Schüler bescheiden und verschweigt, dass er auch schon ein Buch geschrieben hat, weil er es einfach liebt zu Schreiben.

Bei der Frage, wovon das 60-minütige Stück handelt, geht ein Raunen durch die Runde der Zehn- bis Zwölfklässler. „Das ist schwer zu erklären und wir wollen auch nicht zu viel verraten“, sagt Philipp. Marita Schellack, die die Theatergruppe seit 14 Jahren gemeinsam mit Frank Engelhardt leitet, springt ein: „Das Stück hat zwei Handlungsebenen. Auf der ersten begleiten wir die beiden Freundinnen Samanta und Marie. Auf der anderen sehen wir sieben total unterschiedliche Menschen, die in ein Haus eingesperrt sind und nicht wissen warum. Beide Ebenen sind miteinander verbunden und der Zuschauer muss raus finden wie“, erklärt die Lehrerin. Die Schüler wissen, dass viele Fragen offen bleiben, aber das ist auch so gewollt. „Wer die Lösung hören will, muss es sich ansehen. Es ist auf jeden Fall kein Stück zum Einschlafen“, sagt Marita Schellack begeistert.

Seit Oktober proben die neun Schüler schon für „Samanta“. Mittlerweile können sie nicht nur ihre eigenen Texte, sondern das ganze Stück auswendig aufsagen. Für einige von ihnen ist es auch nicht die erste Aufführung an der Neuen Bühne: „Ich bin schon zum vierten Mal dabei. Es ist toll an der Neuen Bühne zu spielen, aber ich bin nicht mehr so aufgeregt, wie beim ersten Mal“, sagt Fabian und die Gruppe nickt zustimmend. Sie würden sich niemals als „Profis“ bezeichnen, aber sie sind „Laien, die schon öfter mal am Theater waren“, erklärt Marita Schellack.

Trotzdem ist das Gefühl auf der großen Bühne ein ganz anderes als in der Aula der Schule. „Die Bühne ist viel größer, wir müssen deshalb ganz andere Wege laufen und die Requisiten anders stellen. Außerdem ist es in der Aula viel heller. An der Neuen Bühne müssen wir uns im Dunkeln umziehen“, erklärt Alida. Tabea, die die Geige-spielende Samanta mimt, fügt hinzu: „Und in der Aula hallt es ein wenig. Auf der großen Bühne vor großem Publikum müssen wir viel lauter sprechen.“

Für fünf von ihnen ist der Auftritt etwas Besonderes, weil sie in diesem Jahr ihr Abi machen und die Theatergruppe somit verlassen. Einer von ihnen ist Philipp, der deshalb in doppelter Hinsicht auf die Vorführung am Samstag um 19 Uhr gespannt ist. „Eigentlich kann ich mir das auch beruflich vorstellen, aber meine Eltern sind davon nicht begeistert. Je nachdem, wie die Resonanz auf das Stück ist, werde ich nochmal mit ihnen über mein Studiums-Wunsch reden“, erklärt er. Wenn das kein Grund ist, extra laut zu klatschen, wissen die Schüler auch nicht weiter.