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| 16:45 Uhr

Brummi-Falle am Ruhlander Bahnhof entschärft
Der Verkehr rollt wieder durch die Ruhlander Bahnbrücke

Der Verkehr rollt wieder auf der Bernsdorfer Straße. Das offizielle Band wurde Freitagmittag durchschnitten (Foto). Für Fahrzeuge ist der Knoten aber erst um 20 Uhr einseitig freigegeben worden. Mit Ausnahmegenehmigung durfte der Ruhlander Klaus-Ulrich Schultz das bisher gefürchtete Nadelöhr schon am Mittag passieren. Er nahm mit seinem Oldtimer MG TD, Baujahr 1951, den ultimativen Test ab.
Der Verkehr rollt wieder auf der Bernsdorfer Straße. Das offizielle Band wurde Freitagmittag durchschnitten (Foto). Für Fahrzeuge ist der Knoten aber erst um 20 Uhr einseitig freigegeben worden. Mit Ausnahmegenehmigung durfte der Ruhlander Klaus-Ulrich Schultz das bisher gefürchtete Nadelöhr schon am Mittag passieren. Er nahm mit seinem Oldtimer MG TD, Baujahr 1951, den ultimativen Test ab. FOTO: Steffen Rasche
Ruhland. Die Vollsperrung der Bernsdorfer Straße in Ruhland ist endlich aufgehoben. Die Fahrbahndecke der Landesstraße soll nun erneuert werden. Von Andrea Budich

Passt, wackelt - und vor allem haben sie Luft. Mit dem Neubau der Eisenbahnbrücken und dem Absenken der Fahrbahn am Bahnhofsknoten in Ruhland ist jetzt die unendliche Geschichte um das engste Nadelöhr durch die Stadt und in Richtung Sachsen zu Ende gegangen.

Die unter Brummifahrern gefürchtete Schneise mit einer Mini-Durchfahrtshöhe von 3,80 Metern, in der regelmäßig ein Sattelschlepper nach dem anderen stecken blieb, ist entzaubert. Nach dem Brückenbau jetzt 4,50 Meter hoch, kann das Verkehrs-Nadelöhr nun problemlos auch von den „Großen“ passiert werden. Nach der Freigabe am Wochenende haben das die ersten Lasterfahrer erfolgreich getestet.

Mit der Straßenfreigabe pirscht sich die Deutsche Bahn immer mehr an das Ende der großen Modernisierung des Eisenbahnknotens Ruhland heran. Für 70 Millionen Euro ist die Infrastruktur in den vergangenen vier Jahren scheibchenweise komplett erneuert und auf elektronische Stellwerkstechnik umgerüstet worden. Ein neuer Personentunnel, barrierefreie Bahnsteige, Aufzüge, neue Bahnsteigdächer sowie neue Gleise, Weichen, 50 große Lichtsignale sowie Signal- und Sicherungstechnik gehören dazu.

Im Oktober diesen Jahres soll das Werk vollbracht sein. Dann werden die fertiggestellten Eisenbahnanlagen mit der bestehenden Infrastruktur verbunden und in das elektronische Stellwerk integriert.

Die Straßenfreigabe am Freitag ist ein wichtiges Puzzleteil dafür. Befahrbar ist die Bernsdorfer Straße vorerst aber nur halbseitig mittels Ampelregelung, weil noch Restarbeiten im Bereich Elsterbogen/Nordstraße ausgeführt werden müssen. Bis Ende September, so informiert Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost, sollen die Straßenbauarbeiten rund um den Knoten komplett abgeschlossen sein.

Wenn dann die Bauleute abgerückt sind, die die Kreuzungsbereiche an den Brücken erweitert und ausgebaut haben, bleibt die  Bernsdorfer Straße (L 57) als Aufreger-Piste aber vorerst so wie sie ist. Mit tiefen Löchern, zerfahren, mit erheblichen Absenkungen, Wellen und abgebrochenen Straßenkanten. Der öffentliche Proteststurm zum jämmerlichen Zustand  der Anschlussstraße hat seine Wirkung indes nicht verfehlt.

„Ziel ist es, zügig einen guten Fahrbahnzustand bis zum Ortsausgang herzustellen“, erklärt Dezernatsleiter Steffen Kleiner vom zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen dazu. Eine landesweite Ausschreibung dazu läuft derzeit. „Wir hoffen, dass der Zuschlag erteilt werden kann und noch im Herbst Baustart ist“, so Brückenplaner Hendrik Kämke am Freitag. Für die Instandsetzung des 450 Meter langen Teilstücks stehen rund 300 000 Euro zur Verfügung.