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| 02:44 Uhr

Der Spatz gewinnt die Winterzählung im Landkreis

Der Haussperling (Passer domesticus) – auch Spatz oder Hausspatz genannt – ist eine Vogelart aus der Familie der Sperlinge (Passeridae) und einer der am weitesten verbreiteten Singvögel.
Der Haussperling (Passer domesticus) – auch Spatz oder Hausspatz genannt – ist eine Vogelart aus der Familie der Sperlinge (Passeridae) und einer der am weitesten verbreiteten Singvögel. FOTO: Nabu
Senftenberg. Der Haussperling hat im Oberspreewald-Lausitz-Kreis seinen Spitzenplatz unter den gefiederten Freunden verteidigt. Bei der Stunde der Wintervögel am vergangenen Wochenende zählten 165 Menschen aus dem Landkreis in 117 Gärten insgesamt 4902 Vögel. Jan Augustin

Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang. Damals wurden in 119 Gärten 5938 Vögel von 180 Menschen beobachtet. Das geht aus den veröffentlichten Daten des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) hervor. Der Nabu hat die größte freiwillige Mitmach-Zählaktion zum siebten Mal organisiert und erhofft sich aus den Daten, wichtige Informationen zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände ableiten zu können.

An zweite Stelle hat es auch in diesem Jahr die Kohlmeise geschafft. 805 Exemplare wurden gezählt. Es folgen Feldsperling (775), Amsel (457), Blaumeise (437), Grünfink (293), Buchfink (176), Elster (174), Eichelhäher (115) und auf Platz zehn das Rotkehlchen (85). Am seltensten gesichtet wurden je einmal der Tannenhäher, der Waldkauz, die Heckenbraunelle, die Rotdrossel und der Habicht.

Im Land haben mehr als 3800 Brandenburger ihre Beobachtungsdaten bereits online eingetragen, teilt die Brandenburger Vogelschutzwarte des Landesamtes für Umwelt mit, die die Zählung der Wintervögel in Parks und Gärten unterstützt. Bis gestern lagen Meldungen aus 2503 Gärten vor. 117 207 Vögel wurden gemeldet. Die Marke von 100 Arten wurde in diesem Jahr mit 97 nur knapp verfehlt. Die Brandenburger hatten aber im Bundesvergleich bei den zehn häufigsten Arten mehr Individuen in ihren Gärten. Besonders deutlich fällt der Unterschied bei der häufigsten Art aus: 7,9 Haussperlinge wurden im Mittel pro Garten in Brandenburg gezählt, bundesweit waren es nur 5,6.

Trotz großräumig wirkender Phänomene wie etwa Wetterkapriolen und Klimawandel können die Gartenfreunde etwas für die Wintervögel tun, teilt Silvia Hökendorf vom Landesumweltamt mit. Über die weitverbreitete Winterfütterung hinaus bieten zum Beispiel einige Beerenstraucharten im Winter Nahrung, ebenso Apfelbäume mit letzten Früchten. Liegen gebliebenes Laub wird von Amseln und Rotkehlchen durchsucht und Nistkästen werden auch im Winter zum Schlafen genutzt. "Wer im Winter Vögel im Garten füttert, sollte natürliche Futtermittel verwenden, das Futterhaus oder Futterbehältnis regelmäßig reinigen und auch den Platz unterhalb der Futterstelle regelmäßig säubern, zum Beispiel durch Harken, damit sich Schimmelpilze und andere Erreger dort nicht entfalten können", erklärt Hökendorf.

Im Vergleich zu 2016 nahmen die Überwinterungszahlen unter den häufigsten zehn Arten bei der Ringeltaube, dem Feldsperling und dem Rotkehlchen leicht und bei der Amsel und dem Buchfink stark zu. Bei der Elster, der Kohlmeise und der Blaumeise nahmen sie leicht ab, beim Grünfink extrem.